Die derzeitige Freundeskreis-Vorsitzende Christiane Grobbin trifft morgen im Weyher Rathaus auf eine alte Bekannte: Astrid Schlegel. Die Weyherin war nämlich die allererste Vorsitzende des Vereins, der sich 2006 auf Initiative des Arztes Dr. Michael Hippach gegründet hatte. Doch die Kommunalpolitikerin gab das Amt wegen anderer ehrenamtlicher Verpflichtungen ab. 'Na, Christiane, wie wär?s?', fragte Astrid Schlegel dann während einer Vereinssitzung im Jahr 2008, als es darum ging, wer denn den Vorsitz übernehmen könnte. Christiane Grobbin war etwas perplex. 'Ich hab so etwas noch nie gemacht.' Das Amt nahm die heute 51-Jährige trotzdem an. Zusammen mit den anderen Vereinsmitgliedern geht es ihr darum, das Brustzentrum in Bassum zu unterstützen.
'Wir wollen Patientinnen, die jetzt gesund sind, nicht alleine lassen, sondern uns um sie kümmern', erläutert Christiane Grobbin. 'Denn nicht jede will eine Selbsthilfegruppe besuchen.' Und deswegen gibt es nun einmal im Quartal ein Frühstückstreffen im Bassumer Krankenhaus. In lockerer Runde essen die Teilnehmerinnen Brötchen, trinken Kaffee und lauschen Fachvorträgen. Die Frauen können sich außerdem untereinander austauschen. Bis zu 80 Teilnehmerinnen besuchen diese Veranstaltungen.
Männer sind willkommen
Auch Männer sind übrigens bei den Treffen willkommen. Doch Christiane Grobbins Ehepartner Jürgen weiß: 'Männer wollen nichts von diesem Thema hören.' Das will er, ebenfalls im Verein aktiv, ändern. Deswegen werden auch parallel zu den Fachvorträgen immer wieder Themen für Männer angeboten. Für eines der nächsten Treffen heißt das Thema beispielsweise 'Verloren im Internet - oder warum ein Mann drin sein muss'. Ziel sei es eigentlich, Männer für das Thema Brustkrebs zu sensibilisieren - auch wenn die 'Männerthemen' nichts direkt mit der Krankheit zu tun haben. Es gehe darum, dass Männer auch dort bleiben und 'nicht nur ihre Frauen abgeben', beschreibt es Jürgen Grobbin. Immerhin: Zehn bis 15 Männer sind im Schnitt bei den Treffen dabei, erzählen die Grobbins. Aber Christiane Grobbin ist sich bewusst: 'Daran müssen wir noch arbeiten.'
Neben den Frühstückstreffen kümmert sich der Freundeskreis um Vorsorge. Der Verein hat acht Krankenschwestern und Arzthelferinnen zu sogenannten Mammacare-Trainerinnen ausbilden lassen. Die Mammacare-Trainerinnen zeigen interessierten Frauen, wie sie ihre Brust abtasten können. 'Die Frauen können ins Krankenhaus kommen. Die Mammacare-Trainerinnen machen auch Hausbesuche', erzählt Christiane Grobbin.
Die Krankenschwestern und Arzthelferinnen arbeiten ehrenamtlich und unterstützen Frauen im gesamten Landkreis Diepholz bei der Schulung der Eigenuntersuchung. Bereits 150 bis 200 Frauen hätten das Angebot angenommen. Das Gute daran: Es ist kostenlos. Der Verein finanziert sich über Spenden und Mitgliederbeiträge (ein Euro im Monat). Durch das Geld wird nicht nur die Ausbildung der Mammacare-Trainerinnen finanziert, sondern auch Brustmodelle, Bücher und CDs für das Chemo-Zimmer im Krankenhaus und Material für den Frühstückstreff.
Die Weyher Gesundheitsmesse auf dem Marktplatz startet morgen um 10 Uhr und endet gegen 18 Uhr. Das nächste Frühstückstreffen des Freundeskreises ist am Sonnabend, 4. September.
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