Nach Angaben der Polizei war der 20-Jährige um 23 Uhr auf der Hauptstraße (B51) in Richtung Bremen unterwegs. Erlaubt ist an der Stelle eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde. In Höhe der Einmündung der Holunderstraße kam es dann zu dem folgenschweren Unfall. Dort hatte der Lkw-Fahrer zuvor den Anhänger, eine sogenannte Wechselbrücke, wegen Verladearbeiten kurzfristig auf der Fahrspur Richtung Bremen abgestellt. Gesichert war der mit einer dunkelgrauen Plane umhüllte Anhänger lediglich mit einem auf der Heckseite unten links angebrachten Warndreieck.
'Der Anhänger war sehr schlecht abgesichert und schlecht beleuchtet', sagt Johann-Dieter Oldenburg, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei Weyhe. Das Warndreieck sei außerdem zu hoch angebracht gewesen, um rechtzeitig von den Scheinwerfern eines Autos erfasst zu werden.
So wohl auch im Fall des 20-Jährigen, der mit seinem Renault Twingo frontal auf den Anhänger auffuhr. Der Kleinwagen unterfuhr den Anhänger auf dessen gesamter Länge, kam erst etwa 200 Meter weiter von der Fahrbahn ab und prallte dann gegen einen Baum. Durch den Zusammenstoß mit dem Anhänger wurde bei dem Twingo das gesamte Dach abgerissen. Der junge Mann starb noch an der Unfallstelle an seinen schweren Verletzungen.
Der Fahrer des Lastwagens sieht sich nun mit dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung konfrontiert. Dass er den Anhänger nahezu ungesichert einfach auf der Bundesstraße abstellte, sorgt auch bei der Polizei für Fassungslosigkeit. 'Ich bin jetzt fast 40 Jahre im Dienst, aber so etwas habe ich noch nie erlebt', sagt Oldenburg. 'Die Wechselbrücke hätte dort so nicht stehen dürfen', betont auch Jutta Stricker, Sprecherin der Polizeiinspektion Diepholz. Der Anhänger hätte auf jeden Fall deutlicher kenntlich gemacht werden müssen, damit man ihn schon von Weitem sieht. Dafür gebe es genaue Vorschriften. Der Lkw-Fahrer sei in diesem Moment auch selbst für sein Handeln verantwortlich. Der Spedition, für die er unterwegs war, sei dagegen wohl kein Vorwurf zu machen.
Wie schnell der Stuhrer unterwegs war, dazu konnte die Polizei keine Angaben machen. Laut Stricker ergibt sich aber selbst bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde ein Bremsweg von 70 Metern. 'Ich vermute aber, dass er langsamer gefahren ist', sagt die Polizeisprecherin. Natürlich wisse man aber nicht, ob der Fahrer abgelenkt gewesen sei. Wenn sich so ein Hindernis auftue, sei eine Reaktion aber ohnehin schwer möglich.
Auch ein größeres Auto hätte dem 20-jährigen, der nach Angaben eines Nachrichtendienstes von der Arbeit kam, vermutlich nicht das Leben gerettet. 'Die Crash-Teile, die die Energie bei einem solchen Aufprall abfangen, befinden sich immer im unteren Bereich des Fahrzeuges', sagt Stefan Moeller, Leiter der Verkehrsabteilung des ADAC in Bremen. Die Holme würden diese Energie nicht aufnehmen können. Moeller: 'Da hat man keine Chance.'




Regenwahrscheinlichkeit: