Syke. Anliegen der Vereinbarung ist es, die Wichtigkeit und Wertigkeit internationaler Austauschprojekte und dazu passende Begleitangebote herauszustellen. Eine ausbildungsbegleitende Qualifizierung Jugendlicher und gleichzeitig die Förderung von Betrieben, ist ein wichtiger Schritt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken - darüber sind sich die Unterzeichner, der BBS-Leiter Horst Burghardt und der Geschäftsführer der Handwerkskammer Jans-Paul Ernsting sowie Walter Heitmüller, Handwerkskammer-Präsident, einig.
Die BBS - seit 2007 Europaschule - hat frühzeitig erkannt, dass die Ausbildung von Fachkräften nicht im eigenen Land stehen bleiben sollte. Den Gedanken, dass Mobilität in der beruflichen Bildung gefördert und letztlich auch strukturell verankert werden sollte, hat die Syker Schule schnell aufgenommen. "Gerade angesichts der vielen Speditions- und Logistikfirmen in Brinkum wollten wir diesem Berufszweig etwas bieten", erklärt Burghardt. "Daher haben wir hier in Syke mit Hilfe des Landkreises eine große Logistikhalle mit allem Zubehör gebaut", fügt er stolz hinzu. Mittlerweile bestehen alle drei Jahrgänge aus acht Klassen. Sogar die Prüfungen werden in der Halle abgenommen. Ab dem 1. August kommen Auszubildende zum Berufskraftfahrer hinzu, die in dem hiesigen Logistikzentrum geschult werden.
Im Landkreis existiert mittlerweile schon ein Kooperationsnetzwerk, an dem mehr als 50 Firmen nach dem Motto "Gemeinsam mehr erreichen" erfolgreich stricken. Ein weiterer Baustein wird die ganz neue Ausbildung zum Europakaufmann sein, dessen schulische Form schon zum nächsten Schuljahr, ab Februar, in der BBS anläuft. Außerdem zählen zu den verschiedenen Projekten, die die Schule europaweit angegangen ist, die Kooperation mit 25 Partnern in 14 europäischen Ländern. Darunter fällt der stetige Austausch von Auszubildenden vieler verschiedener Berufszweige für mindestens sechs Wochen - Ob nun Heizungs- und Klimatechniker, die für mehrere Monate nach Andalusien gehen oder Griechen, die hier in deutschen Firmen an ihrer Ausbildung arbeiten.
Um im Ausland nicht ganz hilflos dazustehen, werden den jungen Auszubildenden Sprachlehrgänge an der BBS angeboten. Neben Englisch auch Französisch und Spanisch. "Das ist kein Urlaub", erklärt Knut Hancker, zuständig für die europäischen Projekte an der BBS. "Es wird ordentlich gelernt und gearbeitet, schließlich müssen die jungen Leute ja auch für ihre Lebenshaltungskosten selbst aufkommen. Übernommen werden nur der Flug, die Unterbringung und die Sprachschule vor Ort."
Das Bild des Landes ändert sich bei den Lehrlingen. Plötzlich stellen sie fest, dass es tatsächlich auch in osteuropäischen Ländern eine hoch entwickelte Computertechnik geben kann - das zeigt die Erfahrung der Schüler. "Das Wachsen an der Aufgabe ist das Wichtige", so Hancker. Damit gemeint ist alles rund um die Organisation des mehrwöchigen Auslandsaufenthaltes. Damit aber auch hier in Deutschland die Firmen darauf vorbereitet werden, junge Leute aus anderen Ländern weiterzubilden, hat die Handwerkskammer Mobilitätsberater eingestellt. Sie sollen einerseits die Jugendlichen beraten, andererseits aber auch Ausbildungsbetriebe.
Beim Kultusministerium, bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde liegt die Ausschreibung für ein Mobilitätszentrum schon vor - man wartet nur noch auf das offizielle "Ja". Dieses Kompetenzzentrum soll unter anderem verbindliche Handlungsstrukturen, einschlägige Vorbereitungs- und Qualifizierungsaktionen sowie ein verbindliches Netzwerk und Partnerschaftsstrukturen schaffen. Dazu müssen sich natürlich bei den Partnern Kompetenzen und auch Ressourcen gegenseitig ergänzen. Es soll eine langfristig angelegte Plattform entstehen. Und natürlich sollen verlässliche Ansprechpartner für Mobilitätsprojekte zur Verfügung stehen, die den Auszubildenden im Dualen System - also Betrieb und Berufsschule - Wege zu einer interessanten und lehrreichen Auslandserfahrung weisen können.



Regenwahrscheinlichkeit: