Die Best Handelsgesellschaft ist auf Sport- und Freizeitartikel spezialisiert, Exori Import-Export auf den Angelsport. Hintergrund der Insolvenz ist laut Willmer eine finanzielle Schieflage der gemeinsamen Muttergesellschaft BSB Holding GmbH, ebenfalls mit Sitz in Dreye. Bei der BSB Holding hätten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Expansion in Osteuropa zu signifikanten Verlusten geführt, so Willmer. "Die Geschwister unserer Gesellschaften in Polen und Tschechien sind auf Abwege geraten", erläuterte er jetzt auf Nachfrage. Die Muttergesellschaft habe selbst kein eigenes operatives Geschäft.
Willmer nahm eigenen Angaben zufolge noch am Tag seiner Bestellung zum vorläufigen Insolvenzverwalter die Arbeit im Unternehmen auf und führte erste Gespräche mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitern. Nach einer ersten Bestandsaufnahme gab Willmer bekannt, dass der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weitergehe. "Die Löhne und Gehälter der rund 60 Mitarbeiter sind darüber hinaus bis Ende April über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert."
Das Unternehmen Best beliefert seit 1978 große Handelsketten und Supermärkte wie Metro und Rewe in Deutschland mit Sport- und Freizeitartikeln. Dabei übernimmt das Unternehmen die gesamte Prozesskette von der Konzeption über den Einkauf der Produkte bis hin zur Betreuung der Warenträger vor Ort in den Supermärkten. "Die Mitarbeiter reagieren zum Beispiel auf Wetterlagen und Stimmungen und passen das Sortiment an", erläutert Willmer. "Sie betreuen die Wände mit den Produkten und pumpen zum Beispiel auch mal Bälle auf."
Das Unternehmen Exori war im Jahr 1987 als zweites Standbein der Gruppe hinzugekommen und vertreibt ein Vollsortiment im Bereich Angelsport. Aktuell beliefert Exori laut Insolvenzverwalter Willmer mehr als 1500 Fachhändler bundesweit und im benachbarten Ausland. "Exori ist ein echter Name in der Anglerszene."
Best-Geschäftsführer Stefan Stüssel zeigt sich kämpferisch: "Den Auswirkungen der Schieflage unserer Muttergesellschaft konnten wir uns nicht entziehen. Aber wir geben jetzt nicht auf." Gemeinsam mit Willmer werde man alles daransetzen, die Erwartungen der Kunden zu erfüllen. "Das hohe Verständnis unserer Mitarbeiter für die logistischen Prozesse unserer Kunden und ihre Kreativität in der Produktentwicklung werden uns helfen, die Krise zu bewältigen."
Willmer ist ebenfalls optimistisch: "Es bestehen Chancen für einen erfolgreichen Neubeginn." Man arbeite nun mit Hochdruck daran, diese Chancen zu nutzen. "Die Marken Best und Exori zeichnen sich durch langjährige und enge Kundenbeziehungen sowie durch besondere Serviceorientierung aus. Das macht Mut für die Zukunft. Unser Ziel ist die Sanierung im Insolvenzverfahren." Die Unternehmen machten einen "guten und stabilen Eindruck", so Willmer. Die Planungen gingen entsprechend über Ende April hinaus.



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