Das machte die Rechtspflegerin auch vor Beginn der Zwangsversteigerung deutlich. Der Grund, warum Kleinwechter, Vertreter der Immobilienberatungsfirma Kant Consult aus Ennigerloh (Landkreis Warendorf), trotzdem ein Gebot abgab, ist folgender: "Es ging darum für den nächsten Termin die Schutzgrenzen aufzuheben." Bedeutet, es können dann auch Gebote unter 131000 Euro einen Zuschlag bekommen. Das letzte Wort hat aber die Gläubigerbank. Im Falle des Bassumer Bahnhofsgebäude ist das die Oldenburgische Landesbank (OLB), deren Vertreter Klaus-Peter Schuler gestern anwesend war. "Wir wurden von der OLB beauftragt, sie bei der Vermarktung der Immobilie zu unterstützen", teilte Kleinwechter mit. Das sei ein ganz normaler Vorgang. Jetzt, wo die Schutzgrenzen weggefallen sind, rechnen Kleinwechter und Schuler mit mehr Interessenten beim nächsten Termin. "Wenn ein Investor hört, dass die Schutzgrenzen weggefallen sind, weiß er: ,Ich komme jetzt günstiger an der Gebäude ran'", erläuterte
Kleinwechter.
Unter den Besuchern im Syker Amtsgericht befand sich auch Heinz Schierloh, Wirtschaftsförderer der Stadt Bassum und Geschäftsführer der stadteigenen Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft (Wiseg). Stadt und Wiseg werden das Geschehen um die Zukunft der Immobilie weiterhin verfolgen, kündigte er an. "Alles andere muss die Gesellschafterversammlung der Wiseg klären."
Den nächsten Termin wird es voraussichtlich frühestens in drei Monaten geben, vermutet Kleinwechter, der sich über das gute Dutzend Besucher wunderte. "Für einen ersten Zwangsversteigerungstermin waren das schon ungewöhnlich viele Zuschauer." Ein Bassumer, der vorerst anonym bleiben will, bekundete gegenüber dieser Zeitung ebenfalls Interesse an der Immobilie. "Das Ganze lohnt sich aber nur, wenn man es langfristig vermietet."
Zurzeit ist Hans-Werner Brinkmann noch Eigentümer der Immobilie. Auch er war gestern anwesend.



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