Frage: Herr Wöhler, warum singen so viele Schauspieler?
Gustav Peter Wöhler: Das kann ich nicht sagen. Es herrscht aber eine große Nähe zwischen diesen beiden Genres. Singen hat mit Entertaining zu tun, da liegt das nahe. Aber warum es zurzeit so viele singende Schauspieler gibt, kann ich nicht sagen.
Lernt man Gesang an der Schauspielschule?
Ja, man lernt Musical-Gesang, aber es wird auch mal etwas von Schubert oder aus einer Operette geprobt. Nur keine Oper und kein Rock'n'Roll. Manche haben aber auch einfach das Glück eine gute Stimme zu haben.
Was macht Ihnen mehr Spaß - Schauspielerei oder Gesang?
Wenn ich Theater spiele, macht mir das extremen Spaß - so wie jetzt bei Konzerten das Singen. Manchmal macht mir aber weder das eine noch das andere Spaß; das hat ja auch mit Lust zu tun. Die Musik ist aber näher bei mir, sie ist persönlicher als das Schauspiel, weil man dort eine Rolle spielt.
Ihre Band spielt nur Coverversionen. Wäre die Musik nicht noch persönlicher mit eigenen Texten und eigener Musik?
Wahrscheinlich schon. Aber ich suche jeden Song, den ich interpretiere, selber aus. Einige sind sogar ein Teil meiner Geschichte. Das ist schon persönlich. Aber sicher ginge da mit eigenen Texten und eigener Musik noch mehr. Musik kann ich nicht schreiben, das Texten wäre eine Möglichkeit. Aber dafür hatte ich bisher leider keine Zeit.
Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Ich habe immer Musik gemacht, schon als Kind habe ich in Schulchören gesungen und Auftritte gehabt. Ich hatte das Glück, eine gute Stimme zu haben und wurde deshalb oft gefragt. Schon mit 15 Jahren, lange bevor ich überhaupt an Schauspielerei gedacht habe, hatte ich meine erste Band. Eine reine Rock'n'Roll-Band, da hat's richtig gekracht.
Die Musik der Gustav Peter Wöhler Band klingt da mehr nach Chanson - was hören Sie persönlich gerne?
Chanson würde ich gar nicht sagen. Bei "Ich überleb's" vielleicht. Wir sind eher in Richtung Rock'n'Roll geprägt, ich mag U2, The Cure, Lou Reed und David Bowie. Mit Kontrabass, Piano und Gitarre haben wir ein akustisches Set aufgebaut, deshalb geht es bei uns eher in Richtung Jazz-Rock.
Kommen Ihnen ihre Schauspielerfahrungen als Frontman der Gustav Peter Wöhler Band entgegen?
Das können Sie laut sagen. Früher hätte ich nicht um meine Wirkung auf das Publikum gewusst. Im Laufe einer Schauspielerkarriere sieht man ja, wie man mit dem Publikum umgehen muss. Ich habe auch eine größere Sicherheit als früher, bin mutiger und offener.
Im Schauspiel agieren Sie sehr vielfältig. Musikalisch auch?
Wir bieten eine große Bandbreite an. Von Elton John über die Bee Gees bis zu The Cure - das ist schon ein ordentliches Spektrum. Aber bei allen Gefühlen, mit denen man sich einem Song widmet, sollte der Song auch der Song bleiben. Bei uns erkennen die Zuhörer jedes Lied.
Wie geht es bei der Gustav Peter Wöhler Band abseits des Gesangs auf der Bühne zu - anspruchsvoll oder klamaukig?
Klamaukig wird es nicht, das ist nicht mein Ding. Aber es wird sehr, sehr unterhaltsam. In welche Richtung das geht, kommt auf den Song und seine Geschichte an. Da kann es auch manchmal ins Kabarett hineinreichen.
Kennen Sie Syke?
Vom Vorbeifahren auf dem Weg nach Bremen (lacht). Der Name sagt mir etwas, aber ich war noch nie da.
Es erwartet Sie ein Kleinstadt-Publikum. Wo liegt da der Unterschied zu den Großstädtern?
Montag waren wir in Buxtehude, das ist ja auch eine Kleinstadt. Bei allem Anspruch: Da freuen sich die Leute einfach, dass etwas los ist. In der Großstadt haben die Leute eine viel größere Bandbreite, aus der sie auswählen können und meist auch schon mehr gesehen. Die sitzen dann erst einmal da und denken: Nun zeig mal, was Du kannst. Da herrscht eine größere Erwartungshaltung. Aber am Ende ist die Begeisterung identisch.
Die Gustav Peter Wöhler Band kommt am Sonnabend, 25. Februar, um 20 Uhr ins Syker Theater. Karten dafür gibt es im Bremer Pressehaus sowie in allen regionalen Geschäftsstellen des WESER-KURIER.



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