Jetzt hatte die Gemeinde Gnarrenburg auf ihrer Hammeseite eine eigene Variante, die mit erheblichen Mitteln des Leader-Programms gefördert werden könnte, ins Spiel gebracht und war an die Nachbarkommune herangetreten, mit ins Boot zu steigen. Von dem so genannten Projekt 'Torfkahnhafen Oste-Hamme-Kanal' würden beide Seiten profitieren.
Schwenke von Entwicklung angetan
Erstmals kam die aktuelle Torfkahnhafen-Planung jetzt im Ostersoder Ortsrat zur Sprache. Bürgermeister Stefan Schwenke war von dieser neuen Entwicklung ebenso angetan wie die politischen Vertreter. Die Kooperation mit Gnarrenburg im Rahmen des Leader-Programms habe positive Auswirkungen über Landkreisgrenzen hinaus. Dieser Auffassung sei auch das Amt für Landentwicklung (AfL), das über die Fördermittel entscheidet. Danach erteilte der Chef der Verwaltung seinem Referenten für Gemeindentwicklungsfragen, Peter Hanelt, das Wort. Der hatte unlängst erste Gespräche mit dem potenziellen Kooperationspartner geführt.
Seinen Ausführungen zufolge war von der Gnarrenburger Verwaltung eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines Torfkahnhafens am Standort Kreuzkuhle in Auftrag gegeben worden. Geplant seien der Bau einer Anlegestelle sowie Informations- und Erlebnisangebote zur Geschichte der Moorkolonisation.
Die geplanten Investitionskosten lägen bei etwa 280000 Euro. Um in direkter Nachbarschaft keine konkurrierenden Maßnahmen in Gang zu setzen, habe man auf Verwaltungsebene Gespräche geführt, um Synergieeffekte zu erzielen und den Gästen der Region 'ein qualitativ hochwertiges Naturerlebnis aus einem Guss' anbieten zu können. Auf Worpsweder Seite, so Hanelt weiter, seien laut Gnarrenburger Planung ein Anleger, ein Stichkanal, eine Fußgängerbrücke und ein Torfkahnschauer sowie Informationstafeln geplant.
Anders als bei der Dorferneuerung, bei der öffentliche Maßnahmen nur bis zu 50 Prozent bezuschusst würden, müsse die Gemeinde im Falle einer Förderung als Leader-Projekt bei geschätzten Kosten von etwa 70 000 Euro lediglich 2000 Euro aus eigener Tasche zahlen. Die Förderchancen dafür dürften sich bei einer geplanten interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Worpswede und Gnarrenburg wesentlich erhöhen, zumal eine regionale Vernetzung und Kooperation mit Anbietern von Torfkahnfahrten auch positive Auswirkungen auf den Tourismus, die Naherholung und das Gastgewerbe hätte.
Bereits Anfang September wolle man auf der nächsten Leader-Sitzung beim Amt für Landentwicklung den gemeinsamen Antrag, bei dem die konkrete Planung zwischen Worpswede und Gnarrenburg noch variabel sei, vorstellen. Die Ortsratsmitglieder waren von dieser neuen Situation - weg von der Dorferneuerung, hin zum Leader-Progamm - allesamt begeistert und bezeichneten sie, ohne dass die Planungsinhalte bereits konkret vorlagen, als 'tolle Sache'.
Einstimmig sprachen sie sich dafür aus, die Verwaltung damit zu beauftragen, sich am Projekt 'Torfkahnhafen Oste-Hamme-Kanal' zu beteiligen und in Abstimmung mit der Gemeinde Gnarrenburg einen gemeinsamen Leader-Antrag zu erarbeiten.




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