Das Angebot steht also und die Bürger sollten gerade diesen Ausschuss nutzen, wenn ihnen daran gelegen ist, sich in das politische Geschehen ihrer Gemeinde einzubringen. Aber mitreden ist das Eine, mitentscheiden etwas Anderes. Wie etwa bei einem Bürgerhaushalt. Bei dem können die Bürger ihre Vorschläge zur Verwendung der kommunalen Steuergelder nicht nur einbringen, sondern der Rat muss anschließend auch Rechenschaft darüber ablegen, inwieweit die geäußerten Vorschläge aufgegriffen und umgesetzt wurden. Noch geht es in Lilienthal aber eben gerade nicht um eine so weitreichende Beteiligung - über die man nicht nur wegen der immer enger werdenden Spielräume durchaus ernsthaft nachdenken könnte. Verwalten statt gestalten ist schon länger die Devise - aber Not macht ja bekanntlich auch erfinderisch. Könnte es sein, dass die Fraktionen unter diesem Eindruck tatsächlich schon enger zusammengerückt sind? Bei CDU und SPD bin ich mir da noch nicht so ganz sicher. Dafür agierten beide
Fraktionen am Montag doch noch etwas zu zögerlich. Dafür schien es überraschenderweise Berührungspunkte gerade zwischen den Grünen und den "Lilienthalern" zu geben. Von diesen beiden kam dann auch das Signal, beim Sparen nicht nur die anderen, sprich die Bürger, in den Blick zu nehmen, sondern bei sich selbst mit der Reduzierung der eigenen Aufwandsentschädigungen anzufangen. Das mag am Ende unterm Strich wenig bringen, atmosphärisch scheint mir ein solches Zeichen dafür ebenso richtig wie wichtig.
Wenn die "Lilienthaler" jetzt noch ihre zumindest am Montag überwiegend abstrakt formulierten Sparappelle etwas stärker konkretisieren könnten, wäre das zusammen mit den Grünen schon mal die halbe Miete. Denn die scheinen ihre Verantwortung als größte, aber eben nicht allein entscheidende Fraktion im neuen Rat erkannt und angenommen zu haben. Folgerichtig kündigte ihr finanzpolitischer Sprecher Stephan Limberg weitere Sparvorschläge an - vermutlich auch solche, die den Bürgern weh tun werden. Wenn es denn nun so kommt wie es kommen muss, dann wäre es aber umso wichtiger, fraktionsübergreifend in möglichst vielen Punkten Konsens herzustellen. Denn schwere Entscheidungen lassen sich nun mal am besten (er-)tragen, wenn man sie auf viele Schultern verteilen kann.



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