Die im Jahr 2010 vorgenommen Umstellung des Müllsammelsystems im Landkreis Osterholz zahlt sich offenbar aus. Schon im ersten Jahr nach der Umstellung wies die Kreisabfallwirtschaft einen Überschuss in Höhe von 625407 Euro aus. Das Jahr 2011 wird voraussichtlich mit einem Plus von 800000 Euro abgeschlossen - das ist weit mehr als zunächst erwartet wurde.
"Das Ziel, die Verluste der Vorjahre auszugleichen, ohne die Gebührenzahler zusätzlich zu belasten, wird erreicht", berichtete Schauer den Mitgliedern des Abfallausschusses.
Ob sich aus der erfreulichen Entwicklung Spielräume dafür ergeben, die Bürger durch eine Senkung der Müllgebühren zu entlasten, soll noch in diesem Jahr geklärt werden. 2012 steht eine Neukalkulation der Abfallgebühren an. Auch das Abfallwirtschaftskonzept soll fortgeschrieben werden.
Geklärt werden soll in diesem Jahr auch, wie es mit der Entsorgung des Biomülls weitergeht. Bis Ende 2012 läuft noch der Vertrag, den die Abfall-Service Osterholz GmbH (ASO) mit der Firma Grube in Sandstedt geschlossen hat. Das Unternehmen im Landkreis Cuxhaven betreibt dort eine große Kompostierungsanlage.
Die Bürger des Landkreises Osterholz sammeln inzwischen so eifrig Biomüll, dass die Mengen, die nach Sandstedt gekarrt werden, deutlich gewachsen sind. Rund 8100 Tonnen Bioabfall sind zuletzt in der Sandstedter Kompostierungsanlage verarbeitet worden. Für dieses Jahr rechnet die Kreisabfallwirtschaft mit einem weiteren Anstieg auf 8300 Tonnen.
Damit würden die Osterholzer so gerade noch unter der "magischen Grenze" bleiben, die die Bioabfallentsorgung um rund 100000 Euro im Jahr teurer machen könnte. Mit Grube ist nämlich vereinbart worden, dass der Preis pro Tonne um 12,70 Euro steigt, sollten mehr als insgesamt 8500 Tonnen Bioabfall aus dem Kreis Osterholz angeliefert werden.
Diese Klausel im Vertrag löste bei den Politikern im Abfallausschuss einige Verwunderung aus, denn oft gilt bei Verträgen ja das umgekehrte Prinzip: Je höher die Menge, desto günstiger der Preis. ASO-Geschäftsführer Frank Theilen räumte ein, dass diese Vereinbarung in der Tat ungewöhnlich sei. Doch sei diese Mengen-Staffelung nun einmal das Ergebnis der Ausschreibung gewesen.
"Das hat etwas mit der Schlitzohrigkeit des Unternehmers zu tun, der darauf spekuliert, dass die Mengengrenzen überschritten werden", erklärte Theilen. "Das ist wie ein Pokerspiel - und bis jetzt hat der Anbieter verloren."
Auch der Kreisdezernent Werner Schauer betonte, dass die Kreisabfallwirtschaft mit der Biomüll-Regelung bisher sehr gut gefahren sei. "Wir haben dadurch ein deutlich günstigeres Ergebnis erzielt als ursprünglich kalkuliert. Auch deshalb stehen wir in der Abfallwirtschaft finanziell besser da als erwartet", sagte er.



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