Huchting

 - 10.03.2011

Bremer Team veranstaltet Ultimate-Frisbee-Turnier

Von Tobias Dohr
Huchting. Logisch, Ultimate Frisbee ist und bleibt eine Funsportart. Soviel ist klar. Doch was sich am Sonntag in der Sporthalle an der Delfter Straße abspielte, ließ die Vermutung zu, hier würde es um nicht weniger als die Deutsche Fußballmeisterschaft gehen. Es ging in die Endphase des ersten Halbfinals. Ausgerechnet die beiden Bremer Teams "Deine Mudder" und die "Blue Flippers" standen sich im prestigeträchtigen Stadtderby gegenüber. 6:6 der Spielstand. Und in diesem Moment war es wie in jeder anderen Sportart auch: Alle wollten den Sieg, unbedingt.
Daniel Weber (l) vom Mudders-Team im Bremer Halbfinale gegen Stefan Wenau von den Blue Flippers. Hinten beobachtet Henning Behncke die Aktion.
Daniel Weber (l) vom Mudders-Team im Bremer Halbfinale gegen Stefan Wenau von den Blue Flippers. Hinten beobachtet Henning Behncke die Aktion.

Am Ende standen die Zuschauer auf der Tribüne und am Spielfeldrand, riefen und johlten bei jeder gelungenen oder misslungenen Aktion. 6:6 stand es auch noch, als die Zeit runtergespielt war. Beim Ultimate Frisbee bedeutet das: Der nächste Punkt entscheidet über Sieg und Niederlage. Immer wieder wechselte die flache Scheibe den Besitz. Kein Team schaffte es zunächst, den entscheidenden Spielzug zu setzen. Als es nach fast zehnminütiger Nachspielzeit dann endlich doch dem Gastgeberteam gelungen war, fielen sich die Spieler von "Deine Mudder" jubelnd in die Arme.

Es war der aus sportlicher Sicht wohl emotionale Höhepunkt dieser dritten Auflage des "Mudder"-Turniers. Und bestätigte genau das, was Turnierorganisator Tim Oehr versprochen hatte: "Wir wollen ein Fun-Turnier auf höherem und möglichst internationalem Niveau ausrichten", hatte er bereits im Vorfeld der Veranstaltung gesagt. Das ist den "Mudders", die übrigens als Abteilung dem TV Eiche Horn angehören, auch in 2011 mit Bravour gelungen. Und so "hagelte" es gegen Ende des Turniers dann auch Lob von allen Seiten. Mit 16 Teams waren die Bremer 2009 gestartet, im vergangenen Jahr waren 18 dabei, nun waren es sogar schon 20. Insgesamt lagen sogar 34 Anmeldungen vor, doch die Hallenkapazität lässt maximal ein 20er-Feld zu.

So hatte das Organisationsteam alle Hände voll zu tun. Vielleicht ist so auch die mehr als deutliche Finalniederlage der "Mudders" gegen Köln zu erklären. Mit 2:13 gingen die Gastgeber baden. "Es schien ein wenig so, als wären unsere Spieler, die auch alle an der Organisation des Turniers beteiligt waren, am Ende ihrer Kräfte", sagte Jan Hammermeister von den Mudders. Hammermeister selbst konnte im Finale aufgrund einer Verletzung ebenso wenig wie die Leistungsträger Tim Oehr und Malte Meistering ins Geschehen eingreifen.

Doch gegen den Erstligisten aus Köln wäre es wohl auch in Bestbesetzung schwer geworden. So verteidigten die Rheinländer ihren Titel erneut und sind auch nach der dritten Veranstaltung der bislang einzige Sieger des Turniers.

Auch beim zweiten Bremer Team, den "Blue Flippers", war nach dem emotionalen Halbfinale gegen die Lokalkonkurrenz die Luft raus. Im Spiel um Platz drei lagen die Flippers schnell mit 0:4 zurück, kämpften sich zwar noch einmal heran, konnten die Partie am Ende aber nicht mehr drehen. So stand schließlich ein 7:11 gegen das starke finnische Team aus Tampere zu Buche.

Die zweite Mannschaft von "Deine Mudder" war hauptsächlich mit Nachwuchsakteuren und Spielern, die längere Zeit verletzt waren, besetzt. Bis auf ein paar knappe Niederlagen in den letzten Platzierungsspielen gab es für sie nichts zu holen.

Ganz anders das erste Team der Gastgeber, das zwar mit einer 6:9-Niederlage gegen Hannover in das Turnier ging, dann aber eine Serie startete. Diese hing allerdings mehrfach am seidenen Faden. Gegen die Finnen glückte der Punkt zum 8:8-Remis erst in der letzten Sekunde. Und auch die folgende Partie gegen Münster wurde nur ganz knapp mit 8:7 gewonnen. Doch dann folgte ein sicheres 10:7 gegen das deutsche Junioren-Nationalteam und ein 9:8-Viertelfinalerfolg über Wuppertal, ehe es schließlich zum vorgezogenen Höhepunkt, dem Bremer Halbfinale, kam.

Doch am Ende bleibt Ultimate Frisbee eben doch ein Funsport. Und deshalb war es wie selbstverständlich, dass sich die Bremer Stadtkonkurrenten unmittelbar nach dem letzten Punkt freundschaftlich abklatschten und umarmten. Stolz sein durften sie am Ende nämlich alle. Denn diese Halbfinalpartie war wirklich eine Werbung für den Ultimate-Frisbee-Sport.






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