| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
"Vom Ergebnis bin ich natürlich enttäuscht", sagte Cristian Tamas, "nicht aber von der Leistung." In der Tat: 10:7 Sätze und 171:163 Bälle weisen nicht gerade eine Düsseldorfer Dominanz aus. Selbst die aktuelle Nummer drei der Welt, Timo Boll, wankte gegen die nie aufsteckenden Werderaner. Zunächst gegen Jens Lundqvist, der im Auftakteinzel im ersten Satz nach dem 10:7 drei und bis zum 15:17 noch weitere Satzbälle vergab. Und auch im Topvergleich der gestrigen Partie gegen Adrian Crisan. Der Rumäne machte fast alles richtig - nur den Sack am Ende nicht zu. Im fünften Satz vergab Crisan gleich drei Matchbälle, bevor Boll mit dem hauchdünnen 16:14 den Gesamterfolg des Champions-League-Siegers sicherstellte.
Tamas: Crisan fehlt derzeit das Selbstvertrauen
"Adrian hat sehr gut gespielt", lobte auch Teamchef Sascha Greber seinen Topmann, "nur die letzte Entschlossenheit hat bei ihm gefehlt." Diese Aussage traf letztlich für beide Partien von Adrian Crisan zu. Schon gegen Patrick Baum, in der Weltrangliste immerhin 23. und wie Boll Nationalspieler, überzeugte der 31-Jährige, führte im fünften Durchgang bereits mit 5:2, ehe er mit 8:11 unterlag. Crisans Gesamtbilanz dieser Saison lautet nun 1:5 - sie spiegelt seine tatsächlichen Leistungen gegen Grenzau in der Vorwoche und nun gegen Düsseldorf nicht richtig wider. "Ihm fehlt derzeit das Selbstvertrauen", sagt Tamas.
In knappen Partien wie gestern entscheidet am Ende das Selbstvertrauen - und das kann sich ein Tischtennis-Profi nicht im Training, sondern nur über Siege holen. In dieser Hinsicht könnte Werders Neuzugang Kamal Achanta ein Riesenschritt gelungen sein: Der Inder feierte gegen Janos Jakab im dritten Anlauf endlich seinen ersten Erfolg und hielt seine Mannschaft im Rennen. "Ich hoffe, dass bei ihm der Knoten geplatzt ist", sagte Sascha Greber. Nach nervösem Beginn kontrollierte Achanta das Geschehen und sorgte damit für einen Lichtblick im Bremer Lager.
Austrian Open beschert Ligapause
Obwohl der Saisonauftakt für Werder gründlich in die Hose gegangen ist, bewahren Tamas und Greber die Ruhe. Was sollten sie auch anderes tun? Aber angesichts der starken Liga-Konkurrenz wächst der Erfolgsdruck mit jeder Niederlage - sei sie auch noch so knapp und unglücklich. "Die Spieler haben jetzt die Chance, auf internationaler Bühne etwas für ihr Selbstvertrauen zu tun", sagt Sascha Greber und freut sich, dass angesichts der Austrian Open, der Offenen Österreichischen Meisterschaft am kommenden Wochenende, in der Bundesliga eine Woche Pause ist. Mit Crisan, Lundqvist, Achanta und Cioti ist Werders komplettes Quartett dabei und hofft auf Rückenwind für die Liga. Den braucht Werder auch, denn am übernächsten Sonntag tritt mit Fulda ein Team in Bremen an, das vorgestern gegen Spitzenreiter Saarbrücken nur äußerst knapp verlor.
Ergebnisse
Boll - Lundqvist 3:0 (17:15, 11:6, 11:8)
Baum - Crisan 3:2 (11:7, 5:11, 11:7, 6:11, 11:8)
Jakab - Achanta 1:3 (11:8, 5:11, 7:11, 9:11)
Boll - Crisan 3:2 (8:11, 11:7, 11:5, 10:12, 16:14)






