| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Eine gewisse Genugtuung verspürte Werders Teamchef auch aus anderem Grund: Die Herner hatten den Bremer Wunsch auf Vorverlegung der Partie abgelehnt - nun traf sie das Schicksal mit voller Wucht. Während lange klar war, dass der Südkoreaner Kim Jung Hoon wegen seiner Hochzeit gegen Werder nicht würde auflaufen können, fiel mehr oder weniger überraschend auch der zweite Topspieler Seiya Kishikawa aus. Der japanische Ex-Werderaner schied bei den Swedish Open erst im Halbfinale gegen den Weltranglistenersten Ma Long aus - und musste wegen dieses Einsatzes in der Bundesliga passen.
Das kam den Bremern natürlich sehr gelegen - genauso wie das Pokerspiel der Herner. Die setzten ihren Youngster Erik Bottroff an Position eins - in der Hoffnung, er würde ähnlich stark aufspielen wie in der Pokalpartie gegen Werder. Doch gestern ließ Jens Lundqvist keine Spannung aufkommen. Der Schwede hatte im zweiten Satz zwar einen kleinen Durchhänger, gewann diesen nach 5:9-Rückstand aber ebenso wie zuvor den ersten und danach den dritten Durchgang. Der Grundstein für Werders Sieg war damit gelegt.
Im zweiten Einzel benötigte Adrian Crisan allerdings eine längere Anlaufzeit, um seinen letztjährigen Mannschaftskameraden Lars Hielscher zu bezwingen. Der ehemalige deutsche Nationalspieler führte nach gewonnenem ersten Satz im zweiten bereits mit 8:5, ehe der Rumäne sich endlich fing, Hielschers Aufschläge besser konterte und aggressiv Punkt um Punkt zum letztlich ungefährdeten 3:1 erkämpfte.
Achantas beste Saisonleistung
Dann schlug die Stunde von Kamal Achanta. Werders bislang eher glückloser Neuzugang, der beim ProTour-Turnier in Schweden im Achtelfinale ebenfalls an Ma Long gescheitert war, zeigte seine beste Leistung im neuen Trikot. "Er hat überragend gespielt", lobte Sascha Greber den Inder, der den gestern vermeintlich stärksten Herner, Petr Korbel, vom ersten bis zum letzten Ballwechsel im Griff hatte. "Gegen Korbel muss man so erst einmal gewinnen", sagte Greber zufrieden.
Mit ihren durchweg guten Leistungen in Schweden und dem ersten Saisonerfolg im Rücken freuen sich die Werderaner nun auf ihren diesjährigen Europapokal-Start am Freitag in eigener Halle gegen San Sebastian. "Wir haben viel Selbstvertrauen getankt", sagte Greber, dessen Mannschaft nur zwei Tage später, am Sonntag, mit einem Heimsieg über Ochsenhausen den nächsten großen Schritt in Richtung Tabellenmittelfeld zurücklegen möchte.
Ergebnisse:
Bottroff - Lundqvist 0:3 (4:11, 9:11, 7:11)
Hielscher - Crisan 1:3 (11:4, 8:11, 5:11, 6:11)
Korbel - Achanta 0:3 (8:11, 9:11, 5:11)






