| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Hatten der stärkste Keeper und sein tadelloser Kollege nun etwas auszurichten gegen den überragenden Einzelspieler und den Torjäger? Nein, hatten sie nicht. Mit 2:0 gewann der FC Oberneuland das Finale. "Dass es so klar wird, hätte ich auch nicht erwartet", meinte Peter Moussalli, der FCO-Coach. Man war sich nach dem letzten Spiel des Hallen-Cups allerdings sicher, dass die SAV mit einer ziemlich guten Taktik ins Finale gegangen war. Denn der Außenseiter versteckte sich in den ersten Minuten dieser Partie keineswegs, sondern spielte mutig und frech nach vorn, versuchte auf diese Weise Druck auszuüben.
Allein: Es kam nichts dabei heraus. Nach drei, vier Minuten hatte der FCO das Geschehen im Griff. Und zwar mit einiger Berechnung, wie Mahmut Aktas später verriet. "Es sind Reize, die die anderen setzen, aber unsere Reaktion ist immer richtig", meinte der Stratege des Siegers. Zudem wies Mahmut Aktas auf das disziplinierte Auftreten seiner Mannschaft hin. Es sei ein weiteres Plus des FCO in allen fünf Spielen gewesen. "Wir haben definitiv verdient gewonnen", fand Aktas also.
Zengin und Uluisik treffen im Finale
Nachdem der Titelverteidiger die Sturm- und Drangphase des Gegners abgewartet hatte, war der FCO dank seiner diversen Techniker schließlich auch immer wieder gefährlich vor dem SAV-Gehäuse aufgetaucht. Den Schuss von Sedat Yücel (3.) konnte Meyer-Wersinger noch ebenso parieren wie den Versuch von Uluisik (4.), den er gerade noch von der Linie kratzte. In der sechsten Minute war der Keeper aber bereits machtlos, Serhan Zengin trug sich in die Torjägerliste ein. Nachdem Uluisik seinen fünften und letzten Treffer für den FCO erzielt hatte (10.), war das Rennen gelaufen. Nur wenn Nils Husmann in der Schlussphase der 14 Minuten eine seiner drei Schussgelegenheiten genutzt hätte, wäre es wohl noch einmal spannend geworden.
Auf jedem Fall wäre dann auf den Rängen der Teufel los gewesen. Etwa zehn lautstarke Fans des FCO waren im Finale nämlich einer Übermacht von rund 150 Anhängern der SAV ausgesetzt. Die Schlachtenbummler der Nordbremer waren nicht nur ziemlich bunt, sondern auch stimmgewaltig angetreten und hatten für eine richtig gute Atmosphäre während der entscheidenden Spiele gesorgt. "Eine tolle Unterstützung", fand auch Wolfgang Schaper, der Turnierchef.
Überhaupt hatte das 23. Turnier auf der Bürgerweide wieder mal profitiert von den vielen farbenfrohen Fangruppen auf den Tribünen. Dass diesmal allerdings gleich zwei Mannschaften aus Bremerhaven angetreten waren, kostete die Veranstaltung offenbar auch etwas Nachfrage: Statt der Rekordzahl aus dem Vorjahr (7200) kamen gestern lediglich 5600 Besucher in die ÖVB-Arena.
Zur Abwechslung blieb es diesmal allerdings "total friedlich", wie BFV-Präsident Björn Fecker erleichtert feststellen durfte. Obwohl: Von "ein paar Hooligans" wusste dessen BFV-Präsidiumskollege Wolfgang Schaper schon zu berichten. Sie hätten sich - auch dank des gestern verstärkten Einsatzes von Sicherheitskräften - allerdings ebenfalls ruhig verhalten. Es ist also alles gut gegangen beim 23. Lotto-Hallenturnier um den Sparkasse-Bremen-Cup. Nur die Traumkulisse aus dem Vorjahr wurde vermisst - zumindest ein kleines bisschen. Dafür erlebten nicht wenige Spieler und Zuschauer gestern ihr persönliches "Traumturnier".






