Tischtennis

 - 05.01.2012

Werder steht vor schwerem Wochenende

Von Rainer Jüttner
Bremen. Den SV Werder Bremen und den Pokalwettbewerb verbindet echte Leidenschaft. Nicht zuletzt wegen der herausragenden Bremer Ergebnisse in den vergangenen vier Jahren. Höhepunkt war dabei zweifelsfrei das Jahr 2008, als im Halbfinale sensationell Borussia Düsseldorf um Timo Boll mit 3:2 bezwungen wurde, danach im Finale gegen Plüderhausen vor 4500 Zuschauern allerdings eine enttäuschende 1:3-Niederlage kassiert wurde.
Werder-Trainer Cristian Tamas (l) und Teamchef Sascha Greber.
Werder-Trainer Cristian Tamas (l) und Teamchef Sascha Greber.

Auch diesmal käme eine gute Vorstellung in den Pokalspielen gerade recht, um mit breiter Brust in die vorentscheidende Phase der Bundesliga zu starten. Die Auslosung ergab für Werder allerdings nicht gerade ein Traumlos, denn mit TTF Ochsenhausen um Ausnahmespieler Tiago Apolonia treffen die Bremer auf einen Vorjahresfinalisten. Und nicht nur das. "Ochsenhausen ist seit Jahren eine der stärksten europäischen Mannschaften. Das ist sicherlich ein undankbares Los", sagt Werders Teamchef Sascha Greber. Undankbar ja, aber nicht unlösbar. Das haben die Bremer in dieser Saison bereits bewiesen, als sie Ochsenhausen in ihrem "besten Spiel seit Jahren" mit 3:2 niederrangen. "Da haben aber auch alle Spieler ihre 120 Prozent Leistung gebracht", stellte Greber klar.

"Die Spieler sind voller Tatendrang"

Die wird zweifelsohne auch am Freitag nötig sein, um erneut das Halbfinale zu erreichen. Die Voraussetzungen dafür hoffen die Bremer in der kurzen Winterpause geschaffen zu haben. Seit dem 27. Dezember trainieren Adrian Crisan und Co. wieder zwei- bis dreimal täglich, machten auch an Silvester und am Neujahrstag keine Ausnahme. "Wir haben jetzt ein paar Tage Zeit gehabt, um die letzten beiden Niederlagen im Europapokal und gegen Bundesliga-Spitzenreiter Saarbrücken abzuhaken. Die Spieler sind voller Tatendrang und wollen nach den Trainingseinheiten endlich wieder in den Wettkampf einsteigen", skizzierte Greber die Situation.

Das Halbfinale wäre für die Bremer in diesem Jahr auch das Maß aller Dinge, der Finaleinzug eher etwas für Träumer. Schließlich steigt im zweiten Viertelfinale an Tisch eins der Knaller schlechthin. Mit dem 1. FC Saarbrücken und Borussia Düsseldorf stehen sich der ungeschlagene Bundesliga-Tabellenführer und der Pokalverteidiger gegenüber. Wer in dieser Partie favorisiert ist, steht außer Frage. Zwar hatte Saarbrücken das direkte Ligaduell gewonnen, doch diesmal werden die Düsseldorfer mit ihrer Topbesetzung antreten. Das heißt, auch mit dem aktuellen Weltranglisten-Vierten Timo Boll, der seinen Trainingsplan extra so gelegt hat, dass er den ersten Titel des Jahres in Angriff nehmen kann. Zudem stehen den Düsseldorfern auch Patrick Baum (21.) und Christian Süß (41.) und somit nahezu die Nationalmannschaft zur Verfügung.

"Das Finalturnier hat jetzt Event-Charakter"

Nicht nur dieses Aufeinandertreffen garantiert eine volle Stuttgarter Halle. Erstmals wird diese Runde als "Final-Eight" ausgetragen, das heißt, die acht deutschen Topteams kämpfen in zwei Gruppen um den Finaleinzug. Bislang wurden 2500 Tickets verkauft, Greber geht aber davon aus, dass die Spiele von 4000 Zuschauern gesehen werden. "Das Finalturnier hat jetzt Event-Charakter. Das ist für die Zuschauer natürlich eine tolle Sache, alle Topteams an einem Tag zu sehen. Und vor 4000 Zuschauern zu spielen, ist auch für uns eine zusätzliche Motivation", sagt Werders Teamchef. Erstmals bestreiten die Mannschaften dabei nur maximal zwei Spiele am Tag. Sollte Werder am Freitag (18 Uhr) gegen Ochsenhausen gewinnen, geht es am Sonnabend um 13 Uhr mit den Halbfinalspielen weiter.

Gelingt Werder dieser Sprung, würde das dem Team zweifelsfrei einen ordentlichen Schub für den Rückrundenauftakt geben. Bereits am Sonntag geht es beim 1. TTC Frickenhausen wieder um Bundesliga-Punkte. Die Partie gegen die zwei Zähler mehr aufweisenden Baden-Württemberger hat dabei richtungsweisenden Charakter. Zumindest für Sascha Greber: "Die beiden nächsten Partien in Frickenhausen und in Grenzau sind für uns echte Schlüsselspiele. Mit Siegen könnten wir ganz wichtigen Boden gutmachen, bei Niederlagen würden wir erst einmal bis auf Weiteres unten drinstecken. Aber die Liga ist so ausgeglichen, da ist einfach alles möglich."





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