| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Wie würden die Bremer das denkwürdige Aus im Pokal-Halbfinale gegen das vermeintliche Überteam aus Saarbrücken verkraften? Immerhin hatte Werder mit dem knappen 2:3 nicht nur das Finale verpasst - gegen Plüderhausen wäre die Mannschaft klar favorisiert ins Endspiel gegangen - der erste große Titel zum Greifen nahe gewesen. Auf diese Frage gab das Team von Trainer Cristian Tamas angesichts der mentalen Schwerstarbeit mit dem 3:2 eine bemerkenswerte Antwort. Auch wenn die Bremer gegen Frickenhausen diesmal sicherlich auch das nötige Glück auf ihrer Seite hatten, das gegen Saarbrücken noch fehlte.
"Das war ein unglaubliches Spiel", befand Teamchef Sascha Greber. Und das zeigte sich bereits vor dem ersten Ballwechsel. Constantin Cioti, der in den Pokalbegegnungen noch so stark aufgespielt hatte, musste kurzfristig passen, nachdem sich der Belag von seinem Lieblingsschläger gelöst hatte. Doch das warf die Bremer nicht aus der Bahn und Trainer Cristian Tamas war am Ende einfach nur glücklich: "Ich bin einfach nur erleichtert. Alle haben heute bis zuletzt gekämpft und eine enorme Willenskraft gezeigt."
Allen voran Kamal Achanta. Der 29-jährige Inder bewies bei seinem Sieg im zweiten entscheidenden Einzel über Jacub Kosowski eine schier unerschütterliche Nervenstärke. Selbst ein 6:10-Rückstand im dritten Satz löste bei Achanta keine Selbstzweifel aus. Voller Selbstvertrauen machte er danach Punkt um Punkt und holte sich diesen Durchgang noch mit 15:13. Zwar erkämpfte Kosowski noch einmal einen Entscheidungssatz, doch der ging glasklar an den Bremer. Cristian Tams war begeistert: "Das war ein Spiel auf super Niveau. Kamal hat nie den Kopf hängen lassen und bis zuletzt gebissen."
Achanta setzte damit den grandiosen Schlusspunkt hinter eine fulminante Aufholjagd. Die begann nach einer unnötigen 1:3-Niederlage des Inders gegen Matsudaira und einem 0:3 des verunsichert und nervös wirkenden Adrian Crisan gegen Kosowski. Ein starker Jens Lundqvist durchbrach diesen Bann und brachte seine Mannschaft mit seinem 3:1 über Torben Wosik wieder in die Erfolgsspur. "Nach dem 0:2 lastete auf Jens natürlich ein enormer Druck, doch er hat das gut weggesteckt", sagte Tamas.
In seinem zweiten Einzel erwachte dann genau zum richtigen Zeitpunkt wieder der Adrian Crisan, der Werder im Pokal so glänzend angeführt hatte. Gegen den starken Kenji Matsudaira war das Selbstvertrauen wieder da. Crisan bestach mit guten Eröffnungen, überzeugte spielerisch und gewann die meisten langen Ballwechsel. Der Boden für Achanta war bereitet, und der nutzte diese Chance nervenstark.
Für Cristian Tamas war der Inder aber nur Teil eines starken Teams. "Wir haben vier gute Spieler und können in dieser ausgeglichenen Liga jedes Team schlagen. Jetzt genießen wir erst einmal den Moment und bereiten und dann auf das Spiel gegen Grenzau vor."






