| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
"Wir haben sie ziemlich geärgert", meinte Reinhard Sprute nach dem Spiel in Rostock zufrieden. Die 7:12 (0:3, 5:4, 2:5)-Niederlage hatte dem sportlichen Leiter der Weser Stars Spaß gemacht. Dem klaren Ergebnis zum Trotz war längst nicht immer klar geworden, wer in der Favoritenrolle und wer als Tabellensechster angetreten war. Im Gegenteil: Die Piranhas gingen zwar innerhalb von nur 48 Sekunden mit 2:0 in Führung. Doch im Verlauf des ersten Drittels stellten sich die Weser Stars ebenso auf die gefürchtete Offensive des Gegners ein wie sie selbst mutig den Angriff suchten. Als Andreas Sabudski mit seinem vierten Treffer auf 6:7 verkürzt hatte (45.), war das Spiel völlig offen und die Stimmung unter den rund 850 Zuschauern dahin.
In der vorentscheidenden Phase wurde dann aber auch deutlich, dass die Piranhas noch etwas mehr zulegen konnten und die Gäste - nach der frühen Spieldauerdisziplinarstrafe für Nikita Kotchetkov (11.) dezimiert - bereits an ihrem Limit agierten. Der Spitzenreiter traf innerhalb von nur vier Minuten vier Mal und stand beim 11:6 (51.) quasi als Sieger der Partie fest. Mit dem siebten Treffer durch Jani Alander gelang den Bremern gleichwohl ein Novum in dieser Saison - zuvor hatten die Rostocker niemals mehr als sechs Tore kassiert.
Schon die Vorzeichen vor der 3:6 (1:2, 1:3, 1:1)-Niederlage gegen den HSV waren alles andere als gut gewesen: Gleich vier Verteidiger mussten verletzungsbedingt ersetzt werden, es fehlten David Batholomä, Tobias Schulte, Wadim Scheisler und Darian Wellmann. Da half auch der frühe Treffer von Paul Schön (2.) zum 1:0 wenig. Bereits im Verlauf des ersten Drittels hatte sich der Gast nämlich einen Vorteil erspielt und die Führung übernommen. Zwar gelang Lothar Riese zur Mitte des zweiten Drittels noch einmal der Anschlusstreffer zum 2:3 (28.). Doch zu diesem Zeitpunkt waren die Weser Stars längst von der Rolle, und der verletzungsbedingte Ausfall von Torjäger Jari Voutilainen schwächte sie zusätzlich. Der Gast hatte dagegen leichtes Spiel, sich auf 5:2 vor dem letzten Durchgang abzusetzen.
Der verlief zwar wieder ausgeglichen; von einer erfolgreichen Aufholjagd waren die Bremer vor den rund 350 Zuschauern im Paradice allerdings weit entfernt. "Wir waren schon froh, dass sich nicht noch mehr Spieler verletzt haben", meinte Reinhard Sprute. Seiner Mannschaft ist der sechste Platz in der am 19. Februar endenden Hauptrunde nicht mehr zu nehmen. Noch rätseln die Weser Stars allerdings, wie es danach weitergeht.
Vieles spricht derzeit dafür, dass die Plätze drei bis neun dann in einer einfachen Runde ausgespielt werden. Am kommenden Freitag (20 Uhr) geht es im heimischen Paradice aber erstmal wieder gegen den Spitzenreiter aus Rostock.
Tore gegen den HSV: P. Schön (2), Riese
Tore in Rostock: Sabudski (4), I. Schön, Meinhardt, Alander






