| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Doch die Turbulenzen in den Formationsligen ließen alle Pläne in der Schublade stecken bleiben. „Die Situation hat uns alle natürlich überrascht“, bekennt Jörg Frebe, Geschäftsführer der TSG. „Unser Plan sah bekanntlich anders aus.“ Der neue Trainer, Michael Albers, selbst bis 2008 noch erfolgreicher Tänzer im A-Team der TSG, übernahm die Mannschaft mit dem Ziel, neue junge Leute zunächst in der Regionalliga aufzubauen. Mit der Ruhe war es allerdings schnell vorbei. Die Lateinformation von Blau-Gelb Bremen wiederum zog sich aus der 2. Bundesliga zurück, und als Nachrücker stand die TSG Bremerhaven bereit. Die Mannschaft hatte zwar beim Aufstiegsturnier im Mai in Aachen nur knapp den direkten Aufstieg um Haaresbreite verpasst, sich aber dann entschlossen, als Nachrücker einzuspringen
Ein zweites Jahr in der 2. Bundesliga sollte es für die Lateinformation dann allerdings nicht mehr geben. Wieder hieß es einspringen, dieses Mal für die Mannschaft aus Lüdenscheid. Der Grund: Trainerin Petra Heiduk konnte kein vielversprechendes Erstligateam aufs Parkett stellen. Die Folge: Der Verein zog seine Meldung ganz kurzfristig zurück. „Und so waren wir wieder im Gespräch“, sagt Michael Albers. Zusammen mit seiner Co-Trainerin Martina Ramrath haben die beiden schließlich die Zweitligapläne über Bord geworfen und begonnen, eine adäquate Mannschaft für Liga eins zu finden. Mit Erfolg: „Nun haben wir eine Mischung aus jungen Nachwuchstänzern und alten Hasen“, sagt Albers.
Als Choreografie haben sich die Trainer ein altbekanntes und sehr erfolgreiches Thema ausgewählt. Mit „Miami Latin Stars“ ertanzte sich die Lateinformation der TSG Bremerhaven bereits 2003 den deutschen Meistertitel. Mit dabei: der heutige Trainer Michael Albers. „Ich werde aber deshalb ganz bestimmt nicht mittanzen“, erklärt er und fügt hinzu: „Ich werde auf jedem Fall auf dem Trainerstuhl vor der Mannschaft sitzen.“
Doch bevor es bei der deutschen Meisterschaft in Braunschweig so weit ist, hat der neue Trainer erst einmal den Trainingsaufwand erhöht. „Es gibt keine Schonzeiten mehr. Wir müssen intensiver trainieren, denn wir haben weniger Zeit als in der 2. Bundesliga.“ Unterstützung erfährt Michael Albers auch von Horst Beer, dem ehemaligen Trainer der TSG. Beer hatte zwar vor einem Jahr bekannt, dass er eine längere Auszeit brauche, doch im Stich lassen will er die neue Mannschaft auf keinen Fall. „Horst schaut sich regelmäßig unsere Trainingsergebnisse an und gibt Tipps, wie es noch besser laufen könnte“, erklärt Michael Albers. „Es wäre ja auch blöd, wenn wir auf seine große Erfahrung nicht zurückgreifen würden.“
Übermäßigen Erfolgserwartungen setzt der Trainer bescheidene Ziele entgegen. Der Bremerhavener Lateinformation gehe es nach dem überraschenden Aufstieg erst darum, die Klasse zu halten. „Sich einen Mittelfeldplatz zu ertanzen, wäre toll.“ Natürlich weiß Michael Albers auch, dass viele Formations-Fans mit der TSG große Erfolge verbinden. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind solche Gedanken jedoch vermessen“, sagt der Coach. „Wir benötigen noch eine gewisse Aufbauzeit, um an die alten Erfolge wieder anknüpfen zu können.“ Aber vielleicht ist es ja ein gutes Omen, in Braunschweig wieder aufs Parkett zu gehen. Dort gewann das Team vor sechs Jahren mit „Miami Latin Stars“ den deutschen Titel.



