| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Obwohl die Düsseldorfer auf ihren Besten, die Nummer eins der Weltrangliste, verzichtet hatten. Dass der Gast entgegen der Erwartung ohne Timo Boll angereist war, hatte bereits vor dem Beginn des Spiels für ein wenig Enttäuschung unter den Zuschauern gesorgt. Es hatte allerdings auch einen Hinweis auf das große Selbstbewusstsein der ungeschlagenen Borussia gegeben. Gegen die Bremer, nach wie vor ein Aspirant auf einen Play-Off-Platz, sollte es auch ohne den ganz großen Star gehen. Schließlich boten die Gäste mit Christian Süß und Patrick Baum die Nummern zwei und drei in Deutschland auf.
Rechnung geht auf
Die beiden hatten indes keinen Anteil daran, dass rund eine halbe Stunde nach dem ersten Ballwechsel feststand: Der Gast hatte Timo Boll tatsächlich nicht nötig, seine Rechnung ging auf, und es war ausgerechnet die Nummer drei der Düsseldorfer, die den Optimismus auf Bremer Seite nachhaltig dämpfte. Auf einen Sieg von János Jakab gegen Werders Adrian Crisan hatte vorher nämlich niemand gewettet. Während die Nummer eins der Bremer seit 15 Spielen in Liga und ETTU-Pokal ungeschlagen antrat, hatte Jakab nur eines seiner sieben Saisonspiele gewonnen.
Gestern setzte er ein Ausrufezeichen. "Er hat überraschend gut gespielt", meinte Sascha Greber, Werders Teammanager. Der unerwartet stark auftretende Jakab stand jedoch auch einem Adrian Crisan gegenüber, der nicht zu seiner Bestform fand. "Adrian hat die Aggressivität vermissen lassen", fand Greber. Er wollte seine Kritik aber nicht falsch verstanden wissen: "Kein Vorwurf an ihn, irgendwann musste er mal wieder verlieren. Nur schade, dass er uns nicht ins Spiel bringen konnte." Werders Nummer eins hat zuletzt tatsächlich Großes geleistet, gestern leistete er sich aber ausgerechnet in den entscheidenden Phasen ungewohnte Fehler.
"Düsseldorf ist in einer Topverfassung angereist"
So verlor er nach der 5:2-Führung im vierten Satz sieben Punkte in Folge, und im letzten Satz konnte er nach dem 5:5-Ausgleich zwar fünf Mal ausgleichen, sich aber nie in Führung bringen. "Düsseldorf ist in einer Topverfassung angereist. Wenn dann unsere Nummer eins gegen deren Nummer drei verliert, sinken die Chancen natürlich rapide", erklärte Sascha Greber. Es sollte tatsächlich nicht besser werden. Im zweiten Duell offenbarte Lars Hielscher zwei Tage nach seinem Comeback noch einen Rückstand an Training- und Matchpraxis. Die Pause von 14 Wochen machte es dem souveränen Christian Süß relativ leicht, für den zweiten Punkt der Borussia aus Düsseldorf und für eine Revanche der 2:3-Niederlage im Hinspiel zu sorgen.
Enger und spektakulärer ging es im letzten Spiel zu. Werders Lars Lundquist besaß vier Satzbälle gegen Patrick Baum: Im zweiten Durchgang beim Stand von 12:11 und 13:12 und im dritten angesichts der 10:8-Führung. "Man muss aber sagen, dass Baum das Spiel dominiert hat", so Greber. Er hofft nun für das Viertelfinale des ETTU-Cups gegen die Franzosen von Pontoise Cergy am Freitag (19 Uhr) auf eine ähnlich gute Kulisse. Die "gigantische Atmosphäre" soll wieder für einen Sieg sorgen.






