| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
"Damit haben wir uns die kleine Chance auf das Erreichen der Play-off-Runde bewahrt", sagte der zufriedene Sascha Greber. Mindestens so glücklich wie über den Sieg an sich war Werders Teamchef jedoch über die Einzelerfolge von Lars Hielscher und Jens Lundqvist. Beide waren trotz guter Leistungen zuletzt ziemlich verunsichert, beide befreiten sich gegen die Hessen mit hervorragenden Auftritten. "Es war sicherlich noch nicht mein Topniveau, aber natürlich bin ich sehr erleichtert", sagte Lars Hielscher nach seinem 3:1 über Thomas Keinath, "vor allem bekomme ich wieder mehr Vertrauen in die Leistungsfähigkeit meines Körpers."
Über ein Vierteljahr war Hielscher mit Knieverletzung ausgefallen, nach seiner Rückkehr plagten ihn zuletzt prompt Schmerzen in der rechten Schulter. Umso wichtiger war der Triumph über Keinath, der vor 400 Zuschauern allerdings am seidenen Faden hing: Nach verlorenem ersten Satz lag der Werderaner im zweiten bereits mit 4:8 zurück, bevor er sich bravourös in die Partie zurückkämpfte. "Hätte ich den Satz auch verloren - ich glaube, das wär's gewesen", vermutete der 31-Jährige. "Seine fehlende Spielpraxis hat Lars heute mit enormem Kampfgeist wettgemacht", lobte derweil Greber den Ex-Nationalspieler, der auch den dritten Durchgang nervenstark für sich entschied. Mit der Führung im Rücken gewann Hielscher allmählich auch mehr Sicherheit bei seinen Schlägen, Keinath hatte fortan keine Chance mehr.
Tamas pokert hoch - und gewinnt
"Unser Konzept ist voll aufgegangen", freute sich auch Cristian Tamas. Der Trainer hatte seinen Spielern eingetrichtert, nur nicht die Ruhe zu verlieren. "Hanau wird mit zunehmender Zeit nervöser", hatte Tamas vermutet - und sollte damit Recht behalten. Ebenso wie beim Aufstellungspoker. Werders Coach war davon ausgegangen, dass der hocheingeschätzte Yang Zi (Singapur) nicht an Position eins spielen würde, um dann gegebenenfalls im Doppel aufzulaufen. Volltreffer des Trainers! Und Jens Lundqvist, der seit Wochen in starker Verfassung ist, häufig aber sehr unglücklich verlor, münzte seine Form endlich wieder in einen Sieg um. Und wie: Den ersten Satz gewann der Schwede nach 0:4-, den zweiten nach 2:8-Rückstand. So holt man sich Selbstvertrauen zurück - Yang jedenfalls verlor bei eigener 9:8-Führung im vierten Satz die Nerven und verlor.
"Wir sind für unsere Einstellung belohnt worden", meinte Cristian Tamas - und bezog Adrian Crisan ins Lob mit ein. Werders Spitzenspieler musste gegen den amtierenden Jugend-Europameister Patrick Franziska zwar nicht unbedingt hart kämpfen, aber die Ruhe bewahren. Im ersten Durchgang vergab der Hanauer beim 11:10 sogar einen Satzball, auch im zweiten blieb die Partie ausgeglichen. Erst danach ließ Franziskas Widerstand nach, nun kontrollierte Adrian Crisan das Spiel nach Belieben.






