| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
„Zwei sind definitiv zu teuer“, erklärte Kaspar Funke, Geschäftsführer der Firma Escon-Marketing, bereits im vergangenen Jahr. Zusammen mit dem Bremer Reiterverband hat er über viele Jahre das Bremer Pferdesportfestival und die Euroclassics veranstaltet. Nach vielen Gesprächen wurden nun Fakten geschaffen. Vom 1. bis 4. März werden in der ÖVB-Arena erstmals das regionale Pferdesportfestival mit den internationalen Euroclassics zu einem Turnier zusammengefasst. „Wir sind sicher, dass wir eine anspruchsvolle und interessante Mischung gefunden haben, die einem veränderten Zuschaueranspruch gerecht wird“, erklärt Funke.
"Wir haben uns auf Leistung fokussiert"
Mit dem neuen Konzept kann vor allem auch der Vorsitzende des Bremer Reiterverbandes, Walter Kind, leben – obwohl gerade die regionale Reiterei kräftig Federn lassen musste, nach dem Motto: Überflüssiges muss wegfallen. „Wir haben uns auf Leistung fokussiert“, erklärt Kind. So seien die Finalprüfungen der regionalen Serien wie Sparkassen-Cup, ÖVB-Dressurcup und das Finale der Führzügelklasse auch weiterhin fester Bestandteil des Programms. Damit seien die Besten aus der Region am Start. „Für uns bedeutet das neue Konzept keine Reduktion, sondern Fortschritt“, betonte der Bremer Reiterpräsident gestern. „Auch der Verband kann sich eine ÖVB-Arena über mehrere Tage nicht länger leisten.“ Vielmehr wolle man das Turnier-Engagement zukünftig in der Sommersaison verstärken.
Nicht wegzudenken ist beim neuen Konzept jedoch der Showabend der Vereine, der den Ausrichtern in der Vergangenheit fast immer eine ausverkaufte Halle beschert hatte. Geändert hat sich lediglich der Veranstaltungstag. Rund zwölf Teams wollen in diesem Jahr am Freitagabend statt donnerstags mit ihren vielfältigen Choreografien begeistern.
Westernreiter bleiben auf der Strecke
Auf der Strecke geblieben sind dagegen die Westernreiter. Noch vor wenigen Jahren wurde Westernreiten als Reitsportdisziplin mit großer Zukunft angekündigt, aber der Boom hat sich verflüchtigt. „Wir klassischen Reiter hatten den Vormarsch damals mit großer Sorge betrachtet“, erzählt Walter Kind. Geblieben seien am Ende aber nur wenige hier in der Region, die als Turnierreiter noch unterwegs sind.
Dagegen hat sich der Voltigiersport als Publikumsrenner fest im Programm etabliert. Den Voltigierern gehört im neuen Konzept der Sonntagnachmittag in Halle vier, die während der Turniertage vornehmlich als zusätzliche Vorbereitungshalle genutzt wird. „Die Voltigierer sind mittlerweile ein Muss“, glaubt Kaspar Funke.
Während die ersten beiden Turniertage vornehmlich dem Reiter-Nachwuchs vorbehalten sind, startet die Elite am Sonnabend und Sonntag. Die Team-Trophy wird weiterhin am Sonnabend ausgeritten, während die Einzel-Wertung der Euroclassics im Großen Preis am Sonntag entschieden wird. Dabei konnte Kaspar Funke schon einige große Teilnehmernamen bekannt geben.
So will der Vorjahressieger und Weltranglisten-Erste Rolf-Göran Bengtsson aus Schweden seinen Titel in Bremen verteidigen, während zumindest drei Reiter aus dem deutschen Championatskader dies verhindern wollen. Marco Kutscher, Carsten-Otto Nagel und Philipp Weishaupt hoffen, bei den Euroclassics ihre sportlichen Ambitionen – vor allem in Richtung Olympia – erfolgreich unter Beweis stellen zu können. Im Dressurbereich geht es aus deutscher Sicht für Isabell Werth darum, ihre Pferde für einen Einsatz in London zu testen. „Sie wird kurzfristig entscheiden, wen sie nach Bremen mitbringt“, sagt Funke, der sich ansonsten noch nicht weiter über das Starterfeld der Dressur äußern wollte. Zu oft sei es in der Vergangenheit zu kurzfristigen Absagen gekommen.
Erstmalig wird Pia Fortmuller ins Viereck der ÖVB-Arena einreiten. Die 26-jährige Dressurreiterin aus Kanada trainiert seit zwei Jahren bei Heike Kemmer in Winsen an der Luhe. Auch ihr großes Ziel sind die olympischen Spiele in London. Da aber Kanada nicht die Hochburg des Dressursports ist, will sie ihrem großen Ziel in Europa näher kommen.









