Bereits von der ersten der insgesamt vier Bremer Etappen an hatte sich angedeutet, dass es auf dem Weg zum Gesamtsieg auf einen Zweikampf zwischen Wüst/Stucki und der deutschen Top-Paarung Hans Pirius/Maximilan Beyer hinauslaufen würde. Bis es gestern soweit war, hatten die U-23-Fahrer, ob nun Favorit oder Außenseiter, jedoch allesamt mit der Tücke des Objekts zu kämpfen. In diesem Fall: den Tücken der anspruchsvollen Bremer Bahn. Gestern, am Abschlusstag des UIV-Cups forderte sie ihren Tribut. Die Schlussetappe gleich zu Beginn des Sonntagsprogramms wurde von drei Stürzen überschattet. Der deutsche Nachwuchsfahrer Benedikt Kendler landete mit dem Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch sowie Gehirnerschütterung im Krankenhaus. "Die Jungs sind hier vier Etappen an drei Tagen gefahren. Und wenn man müde wird, passieren auch Fehler", sagte der Sportliche Leiter Erik Weispfennig, "aber gerade das zeigt doch, dass der Nachwuchs eine Chance auf den Sechstagebahnen haben muss, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln."
Diese Chance soll die U23, die in diesem Jahr erstmals wieder auf der Bremer Bahn zu sehen war, auch 2013 in der ÖVB-Arena bekommen. "Der UIV-Cup war für uns kein Experiment - das gehört zur Ausbildung", sagt Weispfennig, "da stehen wir als Veranstalter doch in der Pflicht. Sonst dürfen wir uns in ein paar Jahren überhaupt nicht wundern, wenn auf einmal der Nachwuchs ausbleiben sollte."
Wobei das Duo Wüst/Stucki, der kleine "Alpen-Express" von Bremen 2012, möglicherweise nicht mehr lange nur unter dem Etikett "Nachwuchs" unterwegs sein wird. Dass sie das Potenzial für mehr haben, ist jedenfalls an der richtigen Stelle angekommen . "Sie waren sehr gut", lobte Weispfennig, "auf Neudeutsch würde man wohl sagen: Ich habe sie auf der Watchlist."
