Bremer Sixdays

 - 19.01.2012

Bartko/Schep genießen, Marvulli/Kalz hadern

Von Timo Sczuplinski
Bremen. Dienstagnacht um 0.55 Uhr konnte auch Franco Marvulli wieder Späße machen. Mit einem roten Seidentuch in der Hand saß er beim Mitternachtsausklang in der Lounge des Maritim-Hotels und führte Zaubertricks vor. Eine Stunde zuvor war die Laune des Schweizers noch deutlich trüber gewesen. Sieben Runden vor Ende des 48. Bremer Sechs-Tage-Rennens hatten Robert Bartko und Peter Schep durch einen zweifachen Rundengewinn, einer Doublette, dem bis dahin führenden Duo Marvulli/Kalz noch den Sieg weggeschnappt.
Jede Menge Geschenke für die Sieger: Robert Bartko und Peter Schep (m.) haben sich Dienstagnacht mit einem famosen Endspurt Platz eins beim Bremer Sechs-Tage-Rennen gesichert.
Jede Menge Geschenke für die Sieger: Robert Bartko und Peter Schep (m.) haben sich Dienstagnacht mit einem famosen Endspurt Platz eins beim Bremer Sechs-Tage-Rennen gesichert.

"Das Feld hat gegen uns gearbeitet", meinte Marvulli und bezog sich vor allem auf zwei fehlgeschlagene Ausreißversuche in der Schlussjagd. Das Feld ließ den Schweizer und seinen jungen Berliner Teamkollegen Marcel Kalz nicht ziehen. "Das hat uns das Rennen gekostet", meinte Marvulli, der vermutete, dass ein Teil des Feldes Marcel Kalz als Jungspund nicht auf Anhieb den Sieg überlassen wollte.

Eine Einschätzung, die Sieger Robert Bartko nicht teilte. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass das Feld Einfluss auf den Sieg nehmen wollte." Niemand, und auch Marvulli nicht, konnte indes am Ende leugnen, dass der Sieg für Bartko/Schep absolut verdient war. Marvulli und Kalz hatten nach Punkten kurz vor Rennende noch uneinholbar vor den späteren Siegern gelegen. Doch kaum waren die gleichauf liegenden Topteams nach einem Rundengewinn ins Feld zurückgekehrt, ließ das deutsch-niederländische Gespann einen weiteren Angriff folgen. "Es war unsere einzige Chance. Und die haben wir genutzt", sagte Bartko.

Keine Chance auf den Gesamtsieg hatten nach eigenen Aussagen dagegen Andreas Müller und Marc Hester. "Aber die haben wir probiert, zu nutzen", grinste der Deutsch-Österreicher Müller. Punktemäßig weit vom ersten Platz entfernt, hätten sie im Finale zwei Rundengewinne zum Sieg gebraucht. Den ersten landeten sie bereits nach zweieinhalb Minuten. "Aber die Konkurrenz hat keine Schwäche gezeigt", sagte Müller über die versuchte Aufholjagd, die wohl - so Marvulli - nur einmal in 100 Sechs-Tage-Rennen gelingt.

72.200 Zuschauer in den Hallen

Die Zuschauer in der gut besuchten ÖVB-Arena bekamen ein spannendes Finale geboten, das ihnen Lust auf mehr machen sollte. Dass das Interesse an den Sixdays bereits in diesem Jahr höher war, als die Veranstalter um Hans Peter Schneider und Theo Bührmann jr. kalkuliert hatten, zeigten die gestern verkündeten Zahlen. Laut Pressesprecher Matthias Höllings pilgerten 55.000 zahlende Zuschauer an den sechs Tagen in die Hallen. So sollen 29.000 reine "Verkaufstickets" abgesetzt worden sein, weitere 26 000 Karten über Sponsorenpakete. Das sind 6000 Zuschauer mehr als erwartet. Zudem kamen 17.200 Besucher zum kostenlosen Kindernachmittag. An allen sechs Tagen wurden übrigens über 50.000 Liter Bier ausgeschenkt. Die letzten Liter flossen beim Feierabendbier der Radprofis in der Maritim-Lounge.






48. Bremer Sechstagerennen

Die Sixdays standen dieses Jahr unter neuer Leitung. Wie fällt Ihr Fazit der Veranstaltung aus?

10% (39 Stimmen)
Das Sportprogramm hat mich überzeugt.
3% (11 Stimmen)
Ich fand das Partyangebot am besten.
17% (66 Stimmen)
Die Mischung aus Sport und Party war toll.
70% (283 Stimmen)
Mir sind die Sixdays egal.

Das Endergebnis

Endstand:


1. Robert Bartko/Peter Schep (Potsdam/Niederlande) 293 Punkte

 

2. Franco Marvulli/Marcel Kalz (Schweiz/Berlin) 318 Punkte/ + 1 Runde

 

3. Leif Lamparter/Iljo Keisse (Rosenheim/Belgien) 291 Punkte/ + 1 Runde

 

4. Marc Hester/Andreas Müller (Dänemark/Berlin) 214 Punkte/+2 Runden

 

5. Alois Kankovsky/Robert Bengsch (Tschechien/Berlin) 221 Punkte/+8 Runden

 

6. Danny Stam/Eric Mohs (Niederlande/Leipzig) 176 Punkte /+8 Runden

 

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