"Das Feld hat gegen uns gearbeitet", meinte Marvulli und bezog sich vor allem auf zwei fehlgeschlagene Ausreißversuche in der Schlussjagd. Das Feld ließ den Schweizer und seinen jungen Berliner Teamkollegen Marcel Kalz nicht ziehen. "Das hat uns das Rennen gekostet", meinte Marvulli, der vermutete, dass ein Teil des Feldes Marcel Kalz als Jungspund nicht auf Anhieb den Sieg überlassen wollte.
Eine Einschätzung, die Sieger Robert Bartko nicht teilte. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass das Feld Einfluss auf den Sieg nehmen wollte." Niemand, und auch Marvulli nicht, konnte indes am Ende leugnen, dass der Sieg für Bartko/Schep absolut verdient war. Marvulli und Kalz hatten nach Punkten kurz vor Rennende noch uneinholbar vor den späteren Siegern gelegen. Doch kaum waren die gleichauf liegenden Topteams nach einem Rundengewinn ins Feld zurückgekehrt, ließ das deutsch-niederländische Gespann einen weiteren Angriff folgen. "Es war unsere einzige Chance. Und die haben wir genutzt", sagte Bartko.
Keine Chance auf den Gesamtsieg hatten nach eigenen Aussagen dagegen Andreas Müller und Marc Hester. "Aber die haben wir probiert, zu nutzen", grinste der Deutsch-Österreicher Müller. Punktemäßig weit vom ersten Platz entfernt, hätten sie im Finale zwei Rundengewinne zum Sieg gebraucht. Den ersten landeten sie bereits nach zweieinhalb Minuten. "Aber die Konkurrenz hat keine Schwäche gezeigt", sagte Müller über die versuchte Aufholjagd, die wohl - so Marvulli - nur einmal in 100 Sechs-Tage-Rennen gelingt.
72.200 Zuschauer in den Hallen
Die Zuschauer in der gut besuchten ÖVB-Arena bekamen ein spannendes Finale geboten, das ihnen Lust auf mehr machen sollte. Dass das Interesse an den Sixdays bereits in diesem Jahr höher war, als die Veranstalter um Hans Peter Schneider und Theo Bührmann jr. kalkuliert hatten, zeigten die gestern verkündeten Zahlen. Laut Pressesprecher Matthias Höllings pilgerten 55.000 zahlende Zuschauer an den sechs Tagen in die Hallen. So sollen 29.000 reine "Verkaufstickets" abgesetzt worden sein, weitere 26 000 Karten über Sponsorenpakete. Das sind 6000 Zuschauer mehr als erwartet. Zudem kamen 17.200 Besucher zum kostenlosen Kindernachmittag. An allen sechs Tagen wurden übrigens über 50.000 Liter Bier ausgeschenkt. Die letzten Liter flossen beim Feierabendbier der Radprofis in der Maritim-Lounge.
