| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Dass die Reaktion der Anhänger "in der Form ausfällt, das hätte ich in unserem eigenen Stadion nie für möglich gehalten", sagte der Bayern-Präsident auf dem Onlineportal der Münchner "tz". "Entsprechend schockiert war ich natürlich am Samstagabend".
In den vergangenen Tagen hatten den deutschen Fußball-Rekordmeister "unzählige Anrufe, Faxe, Briefe und E-Mails" erreicht. Auf der Internetseite veröffentlichte der Club unter anderem Stellungnahmen von DFB-Präsident Theo Zwanziger, DFB-Ehrenspielführer Uwe Seeler, Bastian Schweinsteiger und Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer. Die Botschaft: So darf man mit dem "Mr. FC Bayern" Uli Hoeneß nicht umgehen.
"Uli Hoeneß hat als Spieler und danach in anderen Funktionen sehr viel für den FC Bayern München und den Fußball in Deutschland getan", betonte Zwanziger. "Parolen und Spruchbänder, wie sie am Samstag zu lesen waren, sind absolut nicht tolerierbar." Seeler hofft, dass es bei einer einmaligen Aktion bleibt. "Ich glaube, wir sollten gewarnt sein und ein bisschen aufpassen, dass da keine Dauergeschichten draus werden. Das wäre für unseren Fußball sehr schade", sagte das Idol des Hamburger SV. Hainer wandte sich an die "lieben Freunde des FC Bayern" und wünschte sich, dass Hoeneß "Respekt von allen entgegengebracht wird, denen dieser Verein am Herzen liegt".
Einige Anhänger des Rekordmeisters hatten während der Partie gegen Borussia Mönchengladbach mit üblen Beleidigungen auf Plakaten gegen die Rolle von Hoeneß im Zuge der Rettungsaktion für den Lokalrivalen 1860 München protestiert.
"Uli Hoeneß hat so viel für den FC Bayern getan, er lebt diesen Verein und seine Philosophie wie kein anderer. Es ist für mich unverständlich, dass die Fans gerade gegen ihn Stimmung gemacht haben", sagte Schweinsteiger und wünscht sich Zusammenhalt. "Der FC Bayern muss eine Einheit sein, dazu gehören auch die Fans. Nur wenn wir alle zusammenhalten, können wir auch in Zukunft unsere Ziele erreichen und Erfolg haben." Auch Kapitän Philipp Lahm bezog klar Stellung: "Wenn unser Präsident so angeschossen wird, das hält keiner für gut, weil wir wissen, was er geleistet hat. Für Spieler ist es sehr irritierend, wenn im Stadion Politik betrieben wird."
Franck Ribéry zeigte ebenfalls kein Verständnis für die Aktion. "Wie kann man ihn nur beschimpfen? Ich kann das nicht verstehen, das ist nicht gut", sagte der französische Fußball-Nationalspieler der "tz". Ribéry rechnet damit, dass die in diesem Jahr titellosen Münchner in der kommenden Saison eine "sehr gute Mannschaft" haben werden. Sollte Manuel Neuer vom FC Schalke zum Rekordmeister wechseln, werde es von Fanseite kein Problem geben - meint Ribéry.
"Ich bin mir sicher: Wenn Manuel Neuer irgendwann kommt, werden die Fans das vergessen. Verstehen Sie: Das ist Fußball! Die Fans sollten an das Wohl des FC Bayern denken, nicht an irgendwelche Feindschaften. Gerade wenn ein neuer Spieler kommt, braucht er die 100-prozentige Unterstützung der Fans", sagte der Franzose, der am Donnerstag 28 Jahre alt wurde. (dpa)






