Nationalmannschaft

 - 22.02.2012

Löw nominiert Wiese für Länderspiel in Bremen

Berlin·Bremen. Frankreich wartet als erster Prüfstein, aber der Bundestrainer denkt in größeren Dimensionen. Im Testspiel der Fußball-Nationalmannschaft am kommenden Mittwoch in Bremen soll die DFB-Elf weiter an ihrer Titelreife feilen.
Werder-Torwart Tim Wiese gegen Slawomir Peszko beim Länderspiel gegen Polen.
Werder-Torwart Tim Wiese gegen Slawomir Peszko beim Länderspiel gegen Polen.

Für Neulinge hat der Bundestrainer beim Auftakt ins EM-Jahr trotz der Verletzungspause vieler Stammkräfte keinen Platz. Tim Wiese ist indes der einzige Bremer, den Joachim Löw nominiert hat.

Die Chancen, dass Wiese in seinem "Wohnzimmer" Weserstadion für den DFB zum Einsatz kommen wird, sind groß. "Schaden würde es nicht", kommentierte Werders Coach Thomas Schaaf. Der Keeper selbst gehe davon aus, dass er gegen Frankreich das DFB-Tor hüten darf. Löw ließ das bei der Kaderbekanntgabe am Mittwoch in Berlin noch offen. Der Bundestrainer wolle noch den kommenden Spieltag abwarten und erst dann eine Entscheidung treffen, ob Wiese oder Löws klare Nummer eins, Manuel Neuer, spielen werden.

Auf die Nominierung eines dritten Torhüters verzichtete Löw für den Test in Bremen. Für die kommende EM deutet aber vieles daraufhin, dass Neuer, Wiese und Hannovers Ron-Robert Zieler das Torhütertrio bilden werden. Allgemein unterstrich Löw das "unglaublich große Potenzial", was der DFB-Elf in den kommenden Jahren zur Verfügung stünde. Nachwuchskeeper wie Marc-Andre ter Stegen (Mönchengladbach) oder Bernd Leno (Leverkusen) haben sich mit ihren starken Leistungen in dieser Saison jedenfalls in den Vordergrund gespielt.

"Jahr der großen Chance"

Erwartungsgemäß nicht im Aufgebot ist Marko Marin. Der Bremer Mittelfeldspieler mache sich derzeit nach eigener Aussage aber auch gar keine Gedanken um eine Rückkehr ins Nationalteam. "Werder steht für mich derzeit an erster Stelle. Für mich ist wichtig, dass ich wieder zu 100 Prozent fit werde", sagte Werders Nummer zehn. Auch für Neulinge hat der Bundestrainer beim Auftakt ins EM-Jahr trotz der Verletzungspause vieler Stammkräfte keinen Platz. "Es gab keine Veranlassung, irgendwelche großen Veränderungen vorzunehmen", sagte Löw. Gegen Frankreich soll vor allem an Automatismen gearbeitet werden. Über allem steht der Erfolg bei der EM in Polen und der Ukraine.

"Es ist für uns alle ein Jahr der großen Chance, der Chance bei diesem Turnier einiges zu erreichen", verkündete Löw fast schon staatsmännisch. Das nackte Resultat ist für den Bundestrainer beim ersten Jahresauftritt gegen Frankreich zweitrangig, der Ernstfall steht erst 101 Tage später beim EM-Auftakt gegen Portugal am 9. Juni im ukrainischen Lwiw an. Löw weiß, dass für seine hoffnungsvollen Titeljäger nach den zuletzt hoch gelobten Auftritten gegen Brasilien (3:2) und die Niederlande (3:0) sowie der souverän absolvierten EM-Qualifikation der Druck gestiegen ist.

"Es ist die Last der guten Tat. Die Fallhöhe ist höher", beschrieb der Bundestrainer die Gefahr des Scheiterns. Schon in der Vorrunde warten nach dem Portugal-Spiel die Niederlande und Dänemark als weitere hohe Hürden. Doch Löw ist nicht bange: "Ich glaube, dass die Spieler, obwohl sie jung sind, schwindelfrei sind und diese Herausforderung annehmen."

Die Nominierung für den Test gegen den aus seiner Krise erwachten Weltmeister von 1998 verdeutlicht, dass Löws EM-Personalkonzept praktisch steht. Für designierte DFB-Novizen wie Mönchengladbachs Patrick Herrmann, Schalkes Julian Draxler oder wiedererstarkte Akteure wie Mike Hanke oder Jan Schlaudraff ist es schwer, noch in den 23-köpfigen Kader zu rutschen.

"Die Tür ist nicht ganz zu", machte Löw möglichen Nachrückern lediglich eine vage Resthoffnung. Freifahrtscheine verteilte Löw allerdings auch nicht. Schwächelnde Akteure wie der Stuttgarts Cacau stehen in Bremen auf dem Prüfstand. Löw: "Er hat noch mal eine Chance verdient."

Das Aufgebot in der Übersicht:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Tim Wiese (Werder Bremen)

Abwehr: Dennis Aogo (Hamburger SV), Jerome Boateng (Bayern München), Holger Badstuber (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Philipp Lahm (Bayern München), Christian Träsch (VfL Wolfsburg), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Sven Bender (Borussia Dortmund), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (Real Madrid), Marco Reus (Borussia Mönchengladbach), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen), André Schürrle (Bayer Leverkusen) 

Angriff: Mario Gomez (Bayern München), Miroslav Klose (Lazio Rom), Cacau (VfB Stuttgart) (tip/sto)






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