| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
«Wir sind bei der Auswahl der Spieler bestrebt, deutsche einzubauen», sagte Clubchef Klaus Allofs. Bei der Integrierung neuer Profis «macht das die Sache manchmal einfacher». Der Kauf einheimischer Spieler ist bei Werder aber kein Dogma: «Man muss das nicht krampfhaft machen», sagte Allofs: «Das muss immer passen, die Leistung muss stimmen. Ob es nachher neun oder sechs sind», sei dann nicht entscheidend. Allofs betonte, dass es auch in Bremen ohne ausländische Asse wie Naldo oder Claudio Pizarro nicht funktioniere.
Dass die Bremer, genau wie die Bayern, fünf Spieler im Kader der DFB-Auswahl für die Spiele gegen Chile und die Elfenbeinküste haben, ist dennoch auffällig. Es sind zwei mehr als zuletzt. Torhüter Wiese soll das erste Mal von Beginn an im Nationaldress spielen, Hunt steht vor seinem Debüt. «Es ist schön, das erste Mal dabei zu sein», sagte Hunt, der lange als «ewiges Talent» galt. Der technisch hochbegabte Profi harmoniert vor allem mit Özil prächtig und bildet mit ihm das derzeit beste deutsche Duo im Mittelfeld.
Özil, der wie Per Mertesacker und Marko Marin schon zum festen Bestandteil von Joachim Löws Kader gehört, setzt nun auf den ersten Einsatz seines Werder-Kumpels. «Das wäre auf jeden Fall schön», sagte der elegante Regisseur: «Ich denke, dass wir das Zeug haben, genau wie bei Werder auch in der Nationalmannschaft zusammen auf dem Platz zu stehen. Inzwischen machen wir beide auch unsere Tore.»
Neben den aktuellen Nationalspielern hat Werder noch drei deutsche Profis im Kader, die sich Hoffnungen machen. Der derzeit verletzte Torsten Frings, der zuletzt schwache Tim Borowski und der gegen den BVB erneut verbesserte Clemens Fritz spielen in Löws Planungen für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika aber keine Rolle. Auch wenn Allofs und Trainer Thomas Schaaf vor allem für Frings - ähnlich wie für Wiese - immer wieder werben. Zu Wieses rettenden Reflexen nach den Toren von Özil (36.) und Dortmunds Lucas Barrios (54.) sagte Allofs: «Ohne es kleinreden zu wollen, das ist bei ihm Normalform.»
Langfristig könnte auch Philipp Bargfrede ein Thema für das deutsche A-Team werden. Der 20 Jährige kommt wie Hunt aus der Werder- Jugend und ist nun «ein absoluter Stammspieler», wie Allofs betonte. Und mit einem kleinen Seitenhieb erklärte der Werder-Clubchef: «Nicht nur bei Schalke gibt es junge Spieler, bei uns geht das auch.» Ein weiterer Kandidat für Löw könnte Sebastian Boenisch werden, auch wenn der U21-Europameister derzeit weit von einer Nationalteam-Nominierung entfernt ist. Den Linksverteidiger, vor 22 Jahren in Gliwice (Gleiwitz) geboren, umwirbt allerdings derzeit der polnische Verband. (dpa)



