WM

 - 26.05.2010

Typisch Maradona: Nackt bei WM-Titel

Buenos Aires. Diego Armando Maradona will bei einem WM-Triumph die Hüllen fallen lassen. «Wenn wir die WM gewinnen, werde ich nackt um den Obelisken laufen», sagte Argentiniens exzentrischer Nationaltrainer in einem Interview mit dem Radiosenders La Metro.
Fußball-Größen
Argentiniens Nationalcoach Diego Armando Maradona (r) gibt Lionel Messi die Hand.

Der 67 Meter hohe Obelisk steht mitten in Buenos Aires, gilt auch als Touristentreffpunkt und ist das Wahrzeichen der argentinischen Hauptstadt. So ist er einfach, Maradona. Schon als Spieler hatte «die Hand Gottes» für reichlich Skandale inklusive Drogenkonsums gesorgt. Für seine üble Wortwahl weit unter der Gürtellinie war er als Trainer der «Gauchos» nach der geschafften WM-Qualifikation sogar mehrere Wochen vom Weltverband FIFA gesperrt worden. Der einst filigran-geniale Fußballer aus ärmlichen Verhältnissen pflegt einen rustikalen Sprachstil.

Weiteres Beispiel gefällig? «Wenn Dir etwas passiert, kann ich mir in die Eier schießen», habe er seinem Superstar Lionel Messi erklärt. Maradona hatte den Weltfußballer beim 5:0-Kantersieg der Argentinier in Buenos Aires über Kanada geschont. Zumal Messi bei einem Zusammenprall mit Javier Mascherano einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hatte.

Dabei bleibt der Hoffnungsträger einer ganzen Nation selbst recht cool. «Ich spüre den Druck nicht», sagte Messi in einem veröffentlichten Interview der amerikanischen Nachrichtenagentur AP. Unter Maradona zu spielen, sei etwas «sehr besonderes», so Messi weiter.

Der 22-Jährige glaubt indes nicht, was sein Auswahltrainer hofft: Dass er den Star und Garanten des bislang letzten Titels der Südamerikaner 1986 in den Schatten stellt. «Das ist unmöglich», sagte Messi, der auf dem Platz wie einst Maradona seine Gegner mit seinen Tempodribblings narrt und mit sensationellen Toren die Fußballwelt in Staunen versetzt. Außerhalb des Spielfelds aber ist «El Pulga» keiner für Skandale. Messi sorgt nur auf dem Platz Schlagzeilen.

Dass will er auch in Südafrika. «Kein Zweifel: Die WM zu gewinnen wäre unvergesslich für das Land, für mich und für jeden», sagte er. Im Vereinsfußball habe er schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gebe. «Und nun möchte ich das Gleiche mit Argentinien schaffen», sagte der Profi, der mit dem FC Barcelona im vergangenen Jahr die komplette Titelsammlung abgeräumt hatte und in der vergangenen Saison die nationale Meisterschaft erneut gewann. Seine Spielweise in der Nationalmannschaft werde er nicht umstellen, sagte Messi, der allein in der vergangenen Saison der Primera Division im Barca-Dress 34 Tore erzielt hatte.

Zusammen mit Messi & Co wird Maradona am 28. Mai Richtung Südafrika abheben, um sich weiter auf die Spiele in der Gruppe B gegen Nigeria, Südkorea und Ex-Europameister Griechenland einzustimmen. Bayern-Trainer Louis van Gaal hält die Argentinier «vielleicht» für die beste Mannschaft, «aber ich denke, dass ein Trainer eben auch wichtig ist...», schrieb er in seinem Saisonrückblick in der «Bild»-Zeitung. (dpa)