| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Die deutschen Handballer waren wie gegen Serbien zurückgekommen, hatten fast einen Fünf-Tore-Rückstand egalisiert, aber am Ende waren sie immer wieder am herausragenden dänischen Keeper Niklas Landin gescheitert.
Damit vergab die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in der nur mäßig gefüllten Belgrad-Arena den ersten Matchball, das Halbfinale der 10. Europameisterschaft zu erreichen. Durch den 27:25-Sieg Mazedoniens gegen Polen hätte schon ein Punkt gereicht. Am Mittwoch bietet sich jedoch eine weitere Chance im abschließenden Hauptrundenspiel gegen Polen, für das es um nichts mehr geht.
Heuberger ist zuversichtlich
"Ich bin überzeugt davon, dass wir das schaffen", sagte Bundestrainer Martin Heuberger. Und über das so eben Geschehene: "Wir haben einfach zu viele Chancen vergeben." Kreisläufer Christoph Theuerkauf (TBV Lemgo) ist nicht bange vor der nächsten großen Prüfung bei dem schwersten Turnier der Welt: "Wir brauchen scheinbar die Situation, mit dem Rücken zu Wand zu stehen."
Erneut wartete der Bundestrainer mit einer Überraschung auf: Statt Lars Kaufmann (SG Flensburg) stellte er Pascal Hens (HSV) auf die halblinke Königsposition. Jenen Hens, der bisher so enttäuscht hatte. Das Risiko mit dieser Formation, in der Linksaußen Uwe Gensheimer nun die halblinke Abwehrposition bekleiden musste, nahm Heuberger in Kauf.
Und der Plan ging zunächst auf: Wie schon beim Sieg gegen die Schweden (29:24) legten die deutschen Profis einen Blitzstart hin, kombinierten flüssig gegen die dänische 6:0-Abwehr und besaßen auch die nötige Geduld, wie beim 2:0 durch Theuerkauf, als der Ball nach zwei Kreuzungen im Rückraum den Weg zum Kreisläufer gefunden hatte. Und da auch Torwart Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) sofort hellwach war und dem dänischen Rückraum-Star Mikkel Hansen zwei Bälle abnahm, führte die DHB-Auswahl mit 5:1 (5.).
"Unser Problem waren die Gegenstöße der Dänen"
Der dänische Trainer Ulrik Wilbek nahm früh eine Auszeit, um den deutschen Lauf zu stoppen - es funktionierte. Fortan scheiterte die deutsche Offensive immer wieder an der beweglichen dänischen Deckung, häufig auch am dänischen Keeper Niklas Landin. "Auf einmal fängt der an zu halten", sagte Christophersen, "unser Problem waren aber die Gegenstöße der Dänen."
Denn war der Ball einmal verloren, überfielen die dänischen Flügelspieler Anders Eggert (Flensburg) und Hans Lindberg (HSV) die Deutschen förmlich, verwandelten eiskalt. Dänemark bot Handball modernster Prägung: mit großer Kombinationssicherheit, blitzschnellen Tempogegenstößen und einer stabilen Abwehr.
Beim 10:11 durch Lindberg (22.) lag Deutschland erstmals zurück. Auch eine Zeitstrafe gegen Michael Haaß (Göppingen) nutzten die spielstarken Dänen abgeklärt. Zur Pause hieß es 14:17 aus deutscher Sicht. Auch danach fanden die deutschen Spieler kein Mittel gegen die Dänen, und so setzte sich die Demonstration des dänischen Tempospiels fort, als Eggert und Thomas Mogensen drei weitere Blitzangriffe zum 21:16 abschlossen (38.).
Doch die Deutschen wehrten sich, sie kämpften an gegen die drohende Niederlage, die einzige Chance zum Ausgleich vergab Christophersen beim Stand von 23:24 (49.) aber. Ein sensationelles Comeback wie gegen die Serben, als die deutsche Mannschaft sieben Treffer aufgeholt hatte, gelang ihr diesmal nicht. Spätestens nach dem Strafwurf Eggerts zum 28:25 (59.) war die Partie entschieden.
Deutschland: Lichtlein, Heinevetter - Hens, Gensheimer (4/2), Roggisch, Klein (2), Pfahl, Wiencek (2), Theuerkauf (4), Glandorf (3), Christophersen, Groetzki, Kaufmann (4), Sprenger (3), Haaß (4)






