| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Der Imageschaden ist immens, die Folgen für die Sportart hierzulande sind mit Blick auf die Sponsoren nicht absehbar.
Diese Entwicklung ist nicht überraschend. Seit dem Weltmeisterschaftstriumph 2007 war der Trend rückläufig. Bei der Europameisterschaft 2010 reichte es nur noch für Rang zehn, bei der WM im Vorjahr für Platz elf. Die Mannschaft ist überaltert, es fehlen junge Talente, die auf ausgewählten Positionen für frischen Wind und mehr Qualität sorgen.
Bundesliga beherrscht von internationalen Stars
Im Klubhandball nehmen Bundesliga-Vereine wie der THW Kiel oder die SG Flensburg-Handewitt zwar eine führende Rolle ein, dass die Nationalmannschaft als Aushängeschild des weltweit größten Handballverbandes deshalb auch im internationalen Vergleich zu den Top-Nationen gehören muss, ist indes ein Trugschluss. Denn die Stars in deutschen Hallen stammen aus Frankreich, Skandinavien oder Osteuropa. In den deutschen Erstligateams tummeln sich mehr als 100 Nationalspieler aus anderen Ländern, die gerade bei den Spitzenklubs oft auch Schlüsselpositionen einnehmen, während etwa der Deutsche Rekordmeister und zweifache Champions-League-Gewinner Kiel mit Dominik Klein und Christian Sprenger aktuell nur noch zwei Nationalspieler stellt.
Nach dem EM-Aus wird nun wieder der Ruf nach einer Quotenregelung für Ausländer in der Handball-Bundesliga laut. Diese aber scheitert an den Klubinteressen und wird sich – das haben die Konflikte in der Vergangenheit gezeigt – nicht umsetzen lassen. Und da es zu den aktuellen deutschen Nationalspielern derzeit kaum echte Alternativen gibt, bleibt nur der Weg, den nötigen personellen Umbruch schrittweise zu vollziehen und bei diesem Verjüngungsprozess Geduld zu bewahren.
Brand-Nachfolger hat an Profil gewonnen
Martin Heuberger hat als Bundestrainer beim EM-Turnier an Profil gewonnen und die Begeisterung im Team neu entfacht. Die beherzten Auftritte der deutschen Mannschaft haben phasenweise begeistert, zugleich wurden damit aber auch die vorhandenen Schwächen kaschiert. Das Scheitern ist tragisch, darf aber nicht an der Person des Cheftrainers festgemacht werden. Heuberger, der erst im vergangenen Sommer das Amt übernommen hat, ist gerade jetzt der richtige Mann auf der Kommandobrücke. Er hat die DHB-Junioren 2009 und 2011 zum Weltmeistertitel geführt und weiß genau, welche Talente es nun gezielt zu fördern gilt. Und – noch wichtiger: Heuberger ist bereit und willens, eine neue Mannschaft aufzubauen, die auch wieder um Titel mitspielen und das ramponierte Image aufpolieren wird.






