| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
'Unser Angriff war ein Totalausfall', musste Florian Schacht, der Trainer des bislang so überzeugenden Neulings, zerknirscht eingestehen. Bis zum 10:10 war es das Duell auf Augenhöhe, das den erbrachten Vorleistungen gemäß erwartet werden konnte. Dann erwies sich die bis dahin stabile Spielgemeinschaft als eine recht labile. Bis zur Pause konnte der Rückstand mit 11:15 noch in erträglichen Grenzen gehalten werden. Doch dann produzierte der Angriff des Tabellenersten in erschreckender Harmlosigkeit während der ersten Viertelstunde nach dem Wiederanpfiff nur einen einzigen Treffer. Marcel Witte gelang dann der zweite in der 46. Minute, als er von seinem Linksaußenposten auf 13:23 verkürzte. Achim/Baden II, das inzwischen auf 5:1-Deckung umgestellt hatte, musste aber schon im Gegenzug das 13:24 hinnehmen, das der durch die taktische Umstellung Schachts nun mehr Bewegungsfreiheit genießende Kreisläufer erzielte.
Nur die Keeper in Normalform
Während die Spieler des aus dem niedersächsischen Norden angereisten bisherigen Tabellenzweiten sich mit geradezu mediterran anmutendem Temperament gegenseitig anfeuerten, verharrten die Achimer Ersatzleute wie paralysiert auf ihren Bankplätzen und mussten hilflos zusehen, wie das einfallslose, vorwiegend in Parallel-'Stoßrichtung' vorgetragene Angiffsspiel ihrer Teamgefährten sich auf das Deckungsverhalten übertrug, das nun auch immer passivere Züge annahm. Schacht wechselte durch und ließ die Abwehr noch weiter öffnen, um dem Spiel eine andere Richtung zu geben, dabei das Risiko bewusst in Kauf nehmend, dass die Niederlage so noch deutlicher würde ausfallen können.
Doch positive wie negative Effekte der Umstellung hielten sich die Waage, und geschlagen waren die Gastgeber schon lange. In dem Spitzenspiel, das nicht wirklich eines war, produzierte der Achimer Angriff fast 40 Fehlversuche. Während das noch auf die schlechte Tagesform der meisten Akteure - nur die Torleute Mirco Thalmann und Olaf Klenke konnten sich gut in Szene setzen - zurückgeführt werden kann, fehlt eine hinreichende Erklärung für die bedingte Abwehrbereitschaft in der zweiten Hälfte. Die von Florian Schacht, dem noch der Ruf des hervorragenden Abwehrspielers nachhallt, präsentierte Deckung ließ sich mit einfachsten Mitteln - Körpertäuschung gegen den Mann statt Stoß auf die Nahtstelle - aufhebeln. Es fehlte an Aggressivität, an Kompaktheit und am unbedingten Willen, sich gegen die Demontage zu stemmen. 'Wir hätten einen guten Tag haben müssen, um heute zu bestehen', sagte Schacht. Den aber hatte nur der Gegner.






