| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Bisher hatten sich die Verantwortlichen nicht festgelegt, wenn sie auf die Dritte Liga angesprochen wurden, die Möglichkeiten zur Deckung der wohl unvermeidlich steigenden Kosten eher skeptisch beurteilt. Doch die Mannschaft steht elf Spieltage vor Saisonschluss noch immer relativ sicher an der Tabellenspitze. Die sich daraus möglicherweise ergebenden Konsequenzen müssen bedacht und abgewogen werden. Dass der Start des Spitzenreiters ins neue Jahr dabei etwas holprig geriet, mag die Männer um Hauptfinanzier Rainer Krone sogar noch in der Absicht bestärkt haben, ein klares Bekenntnis abzugeben. Dass es nicht gegen die Dritte Liga ausfallen konnte, war für Ralf Osmers ein "Gebot der Fairness", eine Verpflichtung gegenüber dem Team um Trainer Irek Faciejew, das sich für den gegenwärtigen Erfolg mächtig ins Zeug gelegt hat.
Osmers, wie Krone ein erfolgreicher Unternehmer, legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass keine Luftschlösser gebaut werden sollen. "Das Grundkonzept mit einem nicht wesentlich erhöhten Etat steht, muss aber noch weiterentwickelt werden", verriet der Embsener.
Höhere Beiträge
Die Sportmarketing hat bereits im aktuellen Haushalt sparen müssen, auch weil weitere Geldquellen versiegten. Auf diesem Feld müsse noch viel gearbeitet werden, gab Osmers zu. In der Dritten Liga ist mit einem deutlich erhöhten Beitrag für Schiedsrichter- und Fahrtkosten zu rechnen. Das wiederum zwingt die SG Achim/Baden ihre Personallausgaben weiter zu senken, sofern die Werbeeinnahmen nicht wesentlich steigen.
Auch wenn diese Aussicht nicht allen Spielern schmecken wird - weiterhin ein Dasein in der Viertklassigkeit fristen wollen vor allem jene Leistungsträger nicht, die sich bereits in der höheren Klasse bewährt haben. Er habe keinen "Bock" mehr auf die Oberliga, verriet Rückraum-Linkshänder Patrick Denker am vergangenen Wochenende während des Spiels gegen die SG Neuenhaus/Uelsen. Zwar wurde der Tabellenletzte deutlich mit 30:17 abgefertigt, doch freuen konnten sich die Achimer nicht wirklich über diesen "Pflichtsieg", bei dem etwa 150 Zuschauer das einseitige Spielgeschehen einigermaßen emotionslos verfolgten. "Wir haben uns der Spielweise des Gegners angepasst", gab Faciejew unumwunden zu.
Die Achimer sind in den meisten Oberliga-Spielen so unterfordert, dass sie nur stellenweise die für einen überzeugenden Auftritt nötige Konzentration aufbringen. Treffen sie dann auf einen wirklich starken Gegner wie bei den Niederlagen in Neerstedt und Bremervörde, dann fehlt die Wettkampfhärte, um diesen mit ähnlichen Voraussetzungen ausgestatteten Mannschaften Paroli bieten zu können.
In der Dritten Liga könnte der Tabellenführer auf namhafte Klubs treffen. Beispielsweise die HSG Varel und den VfL Edewecht, die in der 2. Bundesliga Nord um den Klassenerhalt bangen. Auch die Aussicht auf ausgeglichene und spannende Begegnungen könnte wieder mehr Zuschauer zum Besuch der Gymnasiumhalle anregen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Der Vorsprung gegenüber dem TSV Bremervörde, dem TV Cloppenburg und dem TV Neerstedt hält sich vor dem morgigen Auswärtsspiel der Spielgemeinschaft bei der HSG Wilhelmshaven (Anwurf 20 Uhr) in Grenzen, und selbst wenn der Sprung in die Dritte Liga gelingt, muss erst einmal unter finanziell schwierigen Bedingungen eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufgestellt werden. Zwar haben einige Leistungsträger bislang Bodenständigkeit unter Beweis gestellt oder sind wie Florian Block-Osmers beruflich fest in Achim verwurzelt, doch die zweifellos begabten Youngster bei der SG müssen erst den Nachweis erbringen, dass sie bereits über Drittliga-Reife verfügen.






