SG Achim/Baden bereitet sich auf die 3. Liga vor / Keine spektakulären Neuverpflichtungen in Sicht

 - 28.04.2011

Auf dem Sprung ins Ungewisse

Von msö
Achim (msö). "Die 3. Liga ist nicht die Regionalliga", dozierte Rückraumspieler Patrick Denker am Dienstagabend vor dem Training der SG Achim/Baden. Der Hinweis des Linkshänders war gleichermaßen als Werbung in eigener Sache wie als Warnung zu verstehen. Der Spitzenreiter der Oberliga Nordsee steht unmittelbar vor der Rückkehr in die Gilde der überregionalen Player des norddeutschen Handballs. Es steht damit aber auch vor einem Sprung ins Ungewisse.

Die Anhänger der Spielgemeinschaft können sich darauf freuen, dass es in der Gymnasiumhalle zu Neuauflagen traditioneller Vergleiche aus vergangenen Zweitliga- und Regionalligazeiten kommt. Doch zugleich muss sich der aktuelle Tabellenführer warm anziehen und auf einen harten Abstiegskampf gefasst sein. Die 3. Liga ist Terra Incognita. Derzeit ist noch nicht klar, wie sich die Staffeln zusammensetzen werden, geschweige denn, wie spielstark die einzelnen Konkurrenten sein werden. Doch spielstark werden sie sicherlich sein. "Die ersten sieben Mannschaften werden wahrscheinlich ziemlich klotzen, während es vielleicht fünf Mannschaften sein werden, die die drei Absteiger unter sich ausmachen", wagte Denker eine Prognose.

Das alles ist freilich vor allem auch deshalb noch Zukunftsmusik, weil die SG den Titel drei Spieltage vor dem Saisonende noch nicht sicher hat. Da sie aber gegenüber Verfolger TSV Bremervörde zwei Punkte mehr auf dem Konto und zudem das leichterere Restprogramm hat, werden Zweifel am Gelingen des Meisterstücks von den Anhängern der Katz, Block-Osmers, Denker und Co. als geradezu defätistisch verdammt.

In der 3. Liga wiederum kann das Saisonziel nur Klassenerhalt lauten, denn spektakuläre Neuverpflichtungen sind nicht geplant, wie Ralf Osmers von der Achimer Handball-Trägergesellschaft Sportmarketing GmbH am Rande einer improvisierten Pressekonferenz verriet, zu der die SG anlässlich der Vertragsverlängerung von Trainer Irek Faciejew eingeladen hatte. Osmers: "Wir setzen auf Kontinuität, nicht nur in der Trainerfrage!" Es wird mit anderen Worten konservativ gerechnet und im Personalkostenbereich eher eingespart als zugelegt. "Der Etat wird sich nur unwesentlich erhöhen", verriet Osmers, ohne genaue Zahlen nennen zu wollen.

Weiter mit dem magischen Dreieck

Man hat gelernt, sich nach der Decke zu strecken, nachdem eine finanzielle Überdehnung 2008 zum Verlust der Bundesliga-Lizenz und zur Fortsetzung einer äußerst sprunghaften sportlichen Entwicklung führte. Außerdem sind die Erfahrungen der SG mit den großen Namen nicht die besten. Aaron Ziercke, Thomas Michel oder auch Daniel Stahl konnten die in sie gesetzten Erwartungen aus unterschiedlichen Gründen nicht einlösen.

Peter Köhnecke, Stellvertretender Vorsitzender der SG Achim/Baden, erinnert in diesem Zusammenhang lieber an die Saison 2007/2008, als Tomasz Malmon mit seinem zunächst relativ unglamourös erscheinenden Minikader der Abstieg prophezeit wurde, die Kreisverdener aber das Feld von hinten aufrollten und die beste Platzierung der Vereinsgeschichte erzielten.

An diese Tradition wollen sie nun gerne anknüpfen. Die Grundlagen dafür sind inzwischen gelegt. Denn neben Faciejew hat sich mit Patrick Denker, Cord Katz und Florian Block-Osmers auch das bereits in der 2. Liga erprobte Spieler-Dreigestirn dazu entschlossen, die neue Herausforderung anzunehmen. Osmers und Köhnecke sind zuversichtlich, auch die nächsten Perspektivgespräche mit den Spielern zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Bis auf zwei Spieler, die aus privaten bzw. Studiengründen als Wackelkandidaten einzustufen sind, soll der komplette Kader zusammengehalten werden. Darüber hinaus spekulieren die Achimer darauf, dass aufgrund der Umwälzungen in Folge der Klassenneueinteilung die Bewegungen auf dem Spielermarkt länger als sonst anhalten und so kurz vor Toreschluss womöglich noch ein wertvoller Neuzugang vereinnahmt werden kann.

Einstweilen setzt Faciejew indes auf die bewährten Kräfte und auch auf die jungen Spieler, die er als ehemaliger Nachwuchstrainer besonders förderte. "Wir haben ihnen Anteile gewährt und so das eine oder andere Spiel vielleicht nicht so hoch gewonnen, wie es möglich gewesen wäre", so der 35-jährige Pole, der auf diese Weise in die Zukunft investiert haben will.

Die brutale Selektion im Zuge der Staffelreform (acht Absteiger), die Achim 2010 das Regionalliga-Aus brachte, wird von vielen SGlern inzwischen zur glücklichen Fügung umgedeutet: "2011/2012 ist es leichter sich in der 3. Liga zu halten als im Jahr davor", glaubt Faciejew.





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