| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Vor dem vierten und damit abschließenden Vergleich am Reck zog das NTT Kreis Verden seinen größten Trumpf - pokerte aber letztendlich zu hoch. Neuzugang Alexander Pfaffenroth ist der amtierende deutsche Jugendmeister am Reck und musste Göltl schon die kompletten fünf Score-Punkte abnehmen, um für die mit 32:37 zurückliegende Heimmannschaft noch das Unentschieden zu erzwingen. In seinem ersten Drittliga-Wettkampf kam er jedoch nicht über ein 1:0 hinaus. Pfaffenroth, obendrein DM-Bronzemedaillengewinner im Mehrkampf der Altersklasse 15/16 hatte sich an einer Tkatschev-Grätsche versucht, die ihm misslang.
Saisonfinale am 3. Dezember
Göltl dagegen war auf Nummer sicher gegangen. Zu seinem Repertoire gehört eigentlich ein Doppelsalto gestreckt, wegen der günstigen Hohenloher Ausgangslage vor dem "Finale" verzichtete er jedoch auf den anspruchsvollen Abgang, der bei unsauberer Ausführung mit hohen Punktabzügen verbunden ist.
"Wäre Alexanders Grätsche geglückt, hätten wir mit großer Wahrscheinlichkeit noch das Unentschieden erreicht. Wir hatten letztendlich nichts zu verlieren", stellte Verdens Mannschaftsführer Christian Hemmelskamp fest. Nach dem Sprung, dem vierten der sechs Geräte, betrug der Rückstand seiner achtköpfigen Riege noch sechs Score-Punkte. Durch einen 6:2-Erfolg am Barren mit dem eine 12,00 einstreichenden David Lüddeke (5:0-Sieger gegen Sebastian Böhm) hatte sie ihren Rückstand auf zwei Zähler verkürzen können, ehe es abschließend ans "königliche" Reck ging. Dort kassierten Lüddeke (0:3) und der zum Saisonauftakt einen kompletten Sechskampf bestreitende Martin Hemmer (0:4) zunächst Niederlagen, während Max Gerbershagen einen deutlichen Sieg gegen Alexander Schiffer (4:0) feierte.
Für die am 3. Dezember nach sieben Wettkampftagen endende Saison 2011 hat das NTT Kreis Verden 15 Turner gemeldet - aber auch einen empfindlichen Substanzverlust zu beklagen. Mit dem zum Erstligisten NTT Hannover gewechselten Lion Sundermann und den zum Nord-Zweitligisten TuS Leopoldshöhe abgewanderten Dennis Miller verlor sie ihre stärksten Allrounder. Miller und Sundermann konnten in der vergangenen Saison bedenkenlos an allen sechs Geräten eingesetzt werden, sie gelten als erfolgreiche Sechskämpfer.
Jetzt ruhen die Verdener Hoffnungen auf dem 24-jährigen Ringe-Spezialisten Martin Hemmer und dem gleichaltrigen Marcel Dunckel. Der sich in der 3. Bundesliga für Sechskämpfe anbietende Hemmer ist vom Regionalliga-Absteiger KTS Mettingen gekommen, während Dunckel zuletzt eine einjährige Wettkampfpause einlegte. Zuvor war er für die Zweitliga-Mannschaft des KTV Straubenhardt an die Geräte gegangen.
Aus der früheren TGK Verden gehören neben den Gebrüdern Hemmelskamp (Thomas musste wegen einer Mandelentzündung auf den Saisonstart verzichten) auch noch Olaf Grohmann, Thorsten Jonas, Nils Rahe und Julian Schneider dem Kader des NTT Kreis Verden an. Überwiegend aus Verletzungsgründen haben sie vorerst in den Standby-Modus geschaltet, könnten aber "jederzeit ins Wettkampfgeschehen eingreifen" (Christian Hemmelskamp). Die Hemmelskamp-Zwillinge sind inzwischen 36 Jahre alt, in der Altersstruktur der 3. Bundesliga Nord weit oben angesiedelt - aber immer noch für Score-Punkte speziell am Seitpferd gut. Es gilt als ihr Paradegerät, an dem sie ihre Routine gewinnbringend einsetzen können. Ferner liegt den beiden Achimern das Reck.






