| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Das wiederum lag an der Schwäche beim Verwerten der Chancen. Die Achimer kamen in dem von zwei starken Abwehrreihen bestimmten Match deutlich häufiger zum erfolgsversprechenden Abschluss, doch mit den Vollstreckerqualitäten war es bei ihnen nicht weit her. Von acht Siebenmetern beispielsweise, die ihnen zugesprochen wurden, konnten nur drei verwertet werden, einer davon auch noch erst im zweiten Versuch.
Freese beim 27:24 eiskalt
Die Zuschauer hielten daher gestern den Atem an, als Achim/Baden zwei Minuten vor Schluss den achten Siebenmeter zuerkannt bekam. Tobias Freese demonstrierte nach seinem frühen Fehlversuch (6.) erstaunliche Nervenstärke und vollstreckte zum vorentscheidenden 27:24. Er hatte gewusst, was auf dem Spiel stand, sich diesmal aber ein ganz simples Erfolgsrezept zurechtgelegt. "Ich habe überhaupt nicht nachgedacht, sondern einfach draufgeworfen." Zuvor hatten sich neben dem muskulösen Rückraumlinken der SG Achim/Baden noch Patrick Denker, Torben Schierenbeck, Florian Doormann und Niclas Schanthöfer - insgesamt nicht sonderlich erfolgreich - als Siebenmeterschützen versucht.
Der Sieg gegen den Tabellenvorletzten war sicherlich hochverdient. Weil die Spielgemeinschaft ihre Führung immer wieder auf drei oder vier Tore ausbaute und weil sie nach Misserfolgen immer wieder energisch nachsetzte. Ballverluste - neben den Strafwürfen wurde auch noch über ein halbes Dutzend Chancen aus völlig unbedrängter Nahwurfzonenposition versiebt - kompensierten sie durch aufopferungsvolle Abwehrarbeit, die wiederum durch eine starke Vorstellung von Torwart Arne von Seelen begünstigt wurde. Genau hier sah Jörn Schläger, Trainer der Hansestädter, den entscheidenden Unterschied. "Der SG ist es gelungen, Emotionen reinzubringen. Uns hat dagegen die Siegermentalität gefehlt, abgesehen davon, dass unsere Würfe aus dem Rückraum mich schon nachdenklich gemacht haben." Schläger sprach von "einer der schlechtesten Saisonleistungen" seiner Mannschaft.
Beide Mannschaften strahlten insgesamt wenig Fernwurfzonengefahr aus, wenn auch der wirkungsvolle Achimer Rückraumlinke Florian Doormann mit einigen spektakulären Treffern aufwartete. Vorstöße in die erste Reihe wurden immer wieder durch teilweise grobe Fouls unterbunden. Hätte Achim nur die sich daraus ergebenden Chancen vom Siebenmeterstrich und aus dem Überzahlspiel besser genutzt, die Partie wäre bei weitem nicht so lange spannend geblieben.
SG Achim/Baden: Blum (bei einem Siebenmeter), von Seelen - Meier (1), Block-Osmers (3), Denker (3/1), Podien, Katz (3), Freese (4/1), Schanthöfer (3/1), Zschorlich (3), Doormann (7), Schierenbeck (2), Balke






