| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Achim. Am vergangenen Wochenende gegen den Spitzenreiter, nun gegen das Schlusslicht - der Spielplan hat der SG Achim/Baden für den Rückrundenstart in der 3. Handball-Liga Nord zwei ganz unterschiedliche Aufgabenstellungen beschert. SG-Trainer Irek Faciejew will deren Schwierigkeit freilich nicht nach dem Tabellenstand des jeweiligen Gegners graduiert sehen, sondern verweist auf die "psychologisch heikle" Ausgangssituation vor der Reise nach Brandenburg. "Wenn wir den Klassenerhalt wollen, müssen wir dort unbedingt gewinnen. Das ist ein ganz anderer Druck als zuletzt gegen Springe, als es für uns nur darum ging, uns gut aus der Affäre zu ziehen."
Während Achim also nicht ganz unerwartet zwei Punkte an den Titelfavoriten aus der Stadt am Deister abtreten musste, verlor Brandenburg am vergangenen Wochenende auch das Kellerduell beim DHK Flensborg (29:39). Der dänische Handball-Klub aus dem Norden Schleswig-Holsteins ist damit auf die Schlagdistanz von zwei Punkten an die Achimer herangerückt und könnte mit neuer Zuversicht und neuem Trainer (Ex-Nationalspieler Matthias Hahn) weiteren Boden gut machen.
An Beckdorf vorbeiziehen
Umgekehrt könnte Achim/Baden endlich wieder wegkommen vom besten der drei Abstiegsplätze, denn der SV Beckdorf - durch die Sperre seines Rückraum-Leistungsträgers Maris Versakovs empfindlich geschwächt - gilt beim Oranienburger SC nicht gerade als Favorit. Sogar der HSV Insel Usedom (in Altenholz) liegt für den Tabellendrittletzten aus dem Kreis Verden nicht außer Reichweite.
Faciejew versichert indes, er schaue nicht auf die Konkurrenz und auch nicht weiter voraus als bis zum Sonnabend. Die Konzentration gilt ganz dem Match in Brandenburg. Zwar dürfte sich der Mitaufsteiger alle Hoffnungen, dem Abstieg noch zu entgehen, abgeschminkt haben, doch für den Achimer Trainer ist er damit, zumal vor eigenem Publikum, nicht minder gefährlich. "Bei denen ist der Druck weg. Sie wollen jetzt nur noch ihrem Publikum beweisen, dass sie Punkte holen können."
Zwar hat es erst einen Zähler ergattert - im November beim SV Beckdorf -, aber das Team von Trainer Peter Höhne war mehrmals nah dran, für eine Überraschung zu sorgen. Auch beim Hinrundenvergleich in der Gymnasiumhalle brachten die Brandenburger ihren Gegner in echte Schwierigkeiten, als sie in der Schlussphase auf 29:28 verkürzten. Hätte der Achimer Torwart Marco Blum nicht vor dem letzten Treffer der Gäste ein Siebenmeterduell gewonnen, wäre der Heimmannschaft in diesem sicherlich wegweisenden Duell ein Punkt abhanden gekommen. Die Erinnerung ans Hinspiel dürfte den Achimern insofern nützen, als sie es ihnen ermöglicht, in Brandenburg die Tatsache auszublenden, dass der Gegner in dieser Saison noch kein Spiel gewonnen hat. Für Faciejew die Grundvoraussetzung, um die Havelstädter in den Griff zu bekommen. "Sie haben eine Deckung, die aus sehr groß gewachsenen, robusten Spielern besteht, die auch mal über die Grenzen gehen können. Auch der Torwart ist kein schlechter." Der Achimer
Angriff (zuletzt nur 22 Treffer) wird also einen guten Start hinlegen müssen, um die Nerven zu beruhigen und sich eine harte Geduldsprobe zu ersparen.
Sonnabend, 18 Uhr, Max-Metzger-Straße



