| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Wenn die TS Großburgwedel morgen ihre Visitenkarte in der Achimer Gymnasiumhalle abgibt, werden Erinnerungen an die großen Duelle wach, die sich die SG im vergangenen Jahrzehnt mit der TSV Hannover-Burgdorf lieferte. Die bekanntesten Namen beim aktuellen Mitaufsteiger Großburgwedel hatten ihren besten Klang, als deren Träger noch im Trikot des jetzigen Bundesligisten spielten, allen voran Spielertrainer Heidmar Felixson, der 80-fache litauische Nationalspieler Robertas Pauzuolis und der ebenfalls international bewährte Torwart-Oldie Jörg-Uwe Lütt.
Die Achimer Erinnerungen an diese großen Duelle mit der TSV Burgdorf und ihren Protagonisten sind indes nicht die besten. Meisterschaftsduelle wie jenes in der Regionalligasaison 2004/2005 endete zuGunsten der damals von Felixson angeführten Truppe aus dem Großraum Hannover.
Felixson verletzt
Beim Nachbarklub Großburgwedel agierte der inzwischen 34-jährige Isländer ähnlich erfolgreich. Doch nach einem verheißungsvollen Start in die 3. Liga musste der von dem millionenschweren Unternehmer und Präsidenten des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, Martin Kind, gesponserte Neuling seine Meisterschaftsambitionen begraben.
Die Großburgwedeler entwickelten freilich erhebliches Verletzungspech. Beim 30:26 am vergangenen Wochenende gegen den unter der Regie des neuen Trainers Matthias Hahn erstarkten DHK Flensborg fehlten neben Felixson mit Lars Eichelmann und Robertas Pauzuolis zwei weitere Leistungsträger.
Bei der SG Achim/Baden misst man den Ausfällen beim Gegner allerdings keine große Bedeutung bei. "Der Kader hat auch so eine hohe Qualität", verweist Florian Block-Osmers auf den guten Rückrundenstart der Großburgwedeler mit einem Sieg in Altenholz. Gegen Flensborg war der für Felixson auf die rechte Rückraumposition gerückte Ex-Burgdorfer Thomas Bergmann nicht weniger als zehnmal erfolgreich. Links in der zweiten Reihe ist besonders Felixsons Landsmann Bjarni Thordarsson zu beachten. Auch Mittelangreifer Paul Schirmer ist nach Ansicht seines Achimer Pendants Block-Osmers sehr torgefährlich, obwohl "eher der solide, einleitende und vorbereitende Typ".
Auch im Tor sind die Burgwedeler mehrfach gut besetzt. Zuletzt erhielt "Oldie" Jörg-Uwe Lütt sehr gute Kritiken. "Sie kommen auf jeden Fall als Favoriten nach Achim", umreißt Block-Osmers die Ausgangssituation. Daran ändert auch der Verlauf der Hinrundenpartie nichts, die damals von den Gastgebern nur knapp mit 26:23 gewonnen wurde. Die Achimer lieferten sich mit der "Burgdorfer Filiale" ein Duell auf Augenhöhe und waren bis in die letzten Minuten hinein nah dran am Gewinn der ersten Auswärtspunkte.
Wenn die Achimer morgen ein ähnlich offenes Spiel erzwingen wollen, werden sie sicherlich an ihre Grenzen gehen müssen. Vor allem in der Abwehr, da die vom Angriff ausgehende Wirkung zuletzt überschaubar war. Erschwerend kommt diesmal der Ausfall von Tobias Freese dazu. Aus privaten Gründen fehlt der Rückraumlinke, der zu den besten Torschützen der 3. Liga Nord gehört. Zwar steht mit Florian Doormann für die Freese-Position ein ganz ähnlicher Spielertyp mit ebenfalls großer Durchschlagskraft bereit, doch die ohnehin bescheidenen Rotationsmöglichkeiten im Rückraum sind damit weiter reduziert.
Vor diesem Hintergrund kommt die für das kommende Wochenende erwartete Rückkehr Malvin Patzacks von seinem dreimonatigen Auslandsaufenthalt wie gerufen. Block-Osmers: "Er hat sich fit gehalten und wird uns helfen können."
Sonnabend, 19 Uhr, Gymnasiumhalle



