| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
"Unbeschreiblich", "Wahnsinn" und "einfach nur schön" - mit diesen Worten umschreibt Christian Kläner die Erlebnisse im Alpenland, von denen er vermutlich später noch seinen Enkelkindern erzählen wird. "Auf internationaler Ebene gibt es keinen größeren Titel - ich bin immer noch voll im Euphorie-Rausch", hat sich die Feierlaune beim Faustballer auch drei Tage nach dem WM-Finale noch nicht gelegt.
Nach einem eher holprigen Start in das Turnier mit Niederlagen gegen Brasilien und die Schweiz hatte sich die deutsche Mannschaft in den K.o.-Runden deutlich gesteigert und zog durch einen 3:1-Sieg gegen Chile ins Halbfinale ein. "Nach diesem Spiel wusste ich, dass wir eine reelle Chance auf den Titel haben", betont Kläner, der bereits seit 2004 zum Kader des Nationalteams gehört und es aktuell auf 49 Länderspiele bringt.
Im Halbfinale ging es dann wieder gegen Brasilien - nach dem 4:1-Erfolg gegen die Südamerikaner folgte im Endspiel gegen Gastgeber Österreich vor rund 7500 Zuschauern das Meisterstück. "Die Atmos-
phäre war beeindruckend und hat uns nach vorne gepusht, es ist einfach unbeschreiblich, was da in einem abgeht", berichtet Kläner, der beim 4:2 (7:11, 11:9, 12:14, 11:6, 7:11, 6:11)-Erfolg eine starke Leistung bot - und damit auch seinen Vereinstrainer Klaus Tapke beeindruckt hat. "Die gesamte deutsche Mannschaft hat sich während des Turniers immer weiter gesteigert. Auch Christian hat eine super Leistung abgeliefert - wenn man am Ende Weltmeister wird, kann man so viel nicht falsch gemacht haben", sagt Tapke, der sich das gesamte Turnier vor Ort in Österreich angesehen hat und sich darüber freut, nun einen waschechten Weltmeister in seinen Reihen zu haben: "Ich hoffe, dass Christians Erfolg einen Schub für die ganze Mannschaft bedeutet und sich die jüngeren Spieler vielleicht noch mehr an ihm orientieren."
Wie einen Star empfangen haben die Brettorfer ihren Weltmeister jedenfalls bereits. "Ich wurde mit einem Cabrio abgeholt und zum Empfang ins Vereinsheim gefahren", berichtet Kläner, dessen gesamte Familie sich übrigens dem Faustball verschrieben hat. So wurde der Cousin und Brettorfer Vereinskollege des Nationalspielers - Tobias Kläner - erst kürzlich U21-Europameister. Auch Christian Kläners Bruder Timo gehört zum aktuellen Aufgebot des Bundesligisten, Onkel Uwe ist Abteilungsleiter. "Meine Eltern waren in Österreich dabei und haben alles live gesehen. Die anderen Verwandten haben die Spiele aus Deutschland verfolgt", sagt Kläner.
Großartig Zeit, sich auf seinem Titel auszuruhen, hat der Weltmeister in den kommenden Wochen allerdings nicht - es gilt, sich mit dem Verein für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Dafür benötigen die Brettorfer aus drei Spielen lediglich noch einen Sieg. "Das sollte zu schaffen sein", gibt sich Kläner zuversichtlich - und wird sich bis dahin die ein oder andere Stunde freihalten, um "sein" großes Spiel wieder und wieder auf Video zu sehen. "Ganz ehrlich - das interessiert mich wirklich brennend."






