| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
"Die Mannschaft von Hürriyet ist für den Abbruch verantwortlich", begründete der Sportgerichtsvorsitzende Heiner Spark (Oldenburg-Land) das Urteil. Als Beisitzer fungierten in der Verhandlung, die am Montagabend im Vereinsheim von Eintracht Oldenburg stattfand, Helmut Geiger (Delmenhorst) und Rainer Hilgenberg (Oldenburg-Stadt). Das Gericht entschied anhand des Spielberichts von Schiedsrichter Conrad Ammermann (SF Wüsting), der das Duell zwischen Hürriyet und Großenkneten in der Nachspielzeit beim Stand von 2:2 abgebrochen hatte. Die Situation war eskaliert, nachdem der TSV-Spieler Ludwig Behr dem Delmenhorster Tolga Üzüm einen Faustschlag verpasst hatte. Danach waren mehrere Hürriyet-Akteure auf den Übeltäter losgegangen (wir berichteten).
Dafür muss der Delmenhorster Verein nun auch eine Geldstrafe von 300 Euro bezahlen. Einzelne Hürriyet-Spieler wurden nicht bestraft. "Der Schiedsrichter konnte niemanden identifizieren", berichtete Spark. Dennoch ist das Urteil insbesondere wegen des Punktabzugs ein harter Schlag für Hürriyet. Der Klubvorsitzende Kalabalik zeigte kein Verständnis dafür: "Die Verhandlung verlief nicht fair. Ein Linienrichter hat ausgesagt, dass auch Großenkneter an der Rudelbildung beteiligt waren, doch das hat das Gericht nicht berücksichtigt."
Behr bis August gesperrt
Großenkneten kam derweil glimpflich davon. Der TSV-Spieler Behr wurde für seine Tätlichkeit bis zum 27. August 2012 gesperrt. Außerdem verhängte das Sportgericht eine Strafe von 50 Euro gegen den Klub, weil keine Ordner das Spiel bewachten. "Das ist nun mal so vorgeschrieben", erklärte Spark. Der Großenkneter Fußball-Abteilungsleiter Eckart Paradies zeigte sich von dem Urteil überrascht: "Ich hatte gedacht, dass das Spiel mit 2:2 gewertet wird. Mit dem Ergebnis der Verhandlung bin ich aber natürlich nicht unzufrieden."
Dennoch bleibe auch bei ihm ein fader Beigeschmack der Ereignisse vom November, sagte Paradies. "Wenn unser Spieler sich vernünftig benommen hätte, wäre alles normal gelaufen. Daher wäre eine Sperre gegen Hürriyet überzogen gewesen."
Die Variante wurde vor dem Sportgericht allerdings auch diskutiert. "Wir hätten die Mannschaft für sechs Monate sperren können", sagte Spark. Der Punktabzug sei jedoch schon eine harte Strafe. "Wir wollten ein Exempel statuieren, auch weil Hürriyet schon öfter negativ aufgefallen ist", betonte der Sportgerichtsvorsitzende.
Für die Berufungsverhandlung ist nun das Bezirkssportgericht zuständig. Sollte es den Punktabzug gegen Hürriyet bestätigen, geriete der Kreisligist in große Abstiegsgefahr. Aktuell sind die Delmenhorster mit 16 Punkten Vorletzter. Den Punktabzug eingerechnet, würde der Abstand zum rettenden Ufer sechs Punkte betragen.






