| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Delmenhorst. Nachdem das Insolvenzverfahren bei Kickers Emden bereits vor einigen Wochen eröffnet worden war, hat nun auch Eintracht Nordhorn Zahlungsunfähigkeit gemeldet. Sofern die beiden Fußball-Oberligisten den Spielbetrieb bis zum Saisonende trotzdem aufrecht erhalten können, dürfen sie in der kommenden Saison in der Landesliga weiterspielen. Und darin liegt die Krux: Denn sowohl Emden als auch Nordhorn würden in die Landesliga Weser-Ems absteigen. Da die Ausschreibung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) dort jedoch nur eine Sollzahl von 18 Mannschaften vorsieht, bedeutet das für die jetzigen Landesligisten, dass sechs - anstatt fünf - von ihnen absteigen. Lediglich, wenn der Vize-Meister der Landesliga über die Relegation den Oberliga-Aufstieg schaffen sollte, bliebe es bei fünf Absteigern.
Für den Landesliga-Letzten TuS Heidkrug schiene es bei sechs Absteigern beinahe aussichtslos, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Die Delmenhorster - momentan neun Punkte vom rettenden Ufer entfernt - benötigten bei einem weiteren Abstiegsrang noch drei Zähler mehr zum Ligaverbleib. Dementsprechend verärgert ist Klaus Geveshausen. "Das Ganze ist eine Riesensauerei", schimpft der Heidkruger Trainer, der die Gedankenlosigkeit der Oberligisten nicht nachvollziehen kann. "Da macht sich keiner einen Kopf um die Zukunft der Mannschaften in unserer Liga."
Auch für die solventen Oberligisten hat die Zahlungsunfähigkeit der beiden Ligakontrahenten Folgen: Die bereits ausgetragenen Spiele von Emden und Nordhorn fallen aus der Wertung, was für einige Teams bis zu neun Punkte Abzug bedeutet. Geveshausen ärgert, dass alle unter den Insolvenzen leiden müssen - außer die Insolventen. "Es kann doch nicht sein, dass da oben schlecht gewirtschaftet wird, aber keiner - außer uns - dafür die Konsequenzen tragen muss. Eigentlich heißt es doch immer: Fair geht vor. Aber davon merke ich nichts."
Fair verhält sich derweil die gesamte Landesliga. Gemeinsam haben die Mannschaftsvertreter, vorangetrieben vom SV Großefehn, den Landesliga-Staffelleiter Werner Busse in einem Schreiben dazu aufgefordert, nach einer Lösung zu suchen. "Ich ziehe den Hut vor Teams wie Jeddeloh und Melle, die an der Tabellenspitze eigentlich nichts mit der Situation zu tun haben, sich aber trotzdem einsetzen", sagt Geveshausen. Staffelleiter Busse jedoch "sind die Hände gebunden": "Ich kann nicht ohne Weiteres etwas ändern. Genauso wie ich von den Vereinen verlange, sich an die Regeln zu halten, tue ich das ebenfalls", sagt er. Auch wenn er den Ärger verstehe, seien allen Betroffenen die Verordnungen stets bekannt gewesen. Nach Busses Ansicht gibt es ohnehin gute Gründe dafür, die 18-Team-Regelung beizubehalten. In der Landesliga würden schließlich keine Profis spielen, die Zeit der Akteure sei deshalb begrenzt. "Noch mehr Mannschaften in der Liga würde bedeuten: Noch mehr Spiele und ein größerer
Zeitaufwand."
Vielleicht nimmt sich die Landesliga aber auch die Bezirksliga zum Vorbild. So könnte es in der Bezirksliga II - in die nach jetzigem Tabellenstand der TuS Heidkrug und der SV Wilhelmshaven II absteigen - darauf hinaus laufen, dass die Serie 2012/2013 mit 17 Mannschaften gespielt wird. Das ist laut Statuten möglich, da es für die Liga andere Bestimmungen gibt, die variierende Teilnehmerzahlen vorübergehend erlauben. In der Saison 2012/13 würden dann vier statt drei Mannschaften aus der Bezirksliga absteigen. "Ich weiß nicht, was der Verband noch anordnet. Aktueller Stand der Dinge ist aber: Die Ausschreibung hat Bestand", sagt Busse.






