In dieser Handball-Spielzeit sind in der Region nur wenige dramatische Auf- und Abstiegsszenarien zu erwarten

 - 18.02.2012

Entspanntes Rauf und Runter

Von Gunnar Schäfer
In den beiden vergangenen Jahren hat die Spielklassenreform des Deutschen Handballbundes (DHB) für reichlich Zittern und Bangen in der Abstiegsfrage gesorgt. Am Ende der abgelaufenen Saison rettete eine Reihe von Teams der Region nur, dass der OHV Aurich in den Playoffs doch noch den Klassenerhalt in der dritten Liga geschafft hat. In dieser Saison ist die Auf- und Abstiegslage etwas entspannter.

Delmenhorst·Landkreis Oldenburg. Vor allem in den höheren Handball-Ligen geht es in Auf- und Abstiegsfragen nicht besonders heiß her. Da es nur noch eine eingleisige 2. Liga gibt und die vier 3. Ligen nach einem regionalen Prinzip besetzt werden, entfällt die sogenannte "gleitende Skala" - und damit eine erhöhte Anzahl von Absteigern. Die ehemaligen Zweitligisten HSG Wilhelmshaven, VfL Edewecht und HSG Varel sind als regionale Vertreter in der West-Staffel ohnehin eher in der oberen Tabellenregion zu finden. Und auch der OHV Aurich, der zurzeit im unteren Mittelfeld platziert ist, hat immerhin neun Punkte Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz.

Nicht ganz so gut sieht es in der Nord-Staffel für die Teams der Region aus. Hier kämpfen der VfL Fredenbeck, der SV Beckdorf und die SG Achim/Baden gegen den Abstieg. Während Fredenbeck mit 16:24 Punkten einen unteren Mittelfeldplatz einnimmt, sind Beckdorf (12:26) und Achim/Baden (12:28) auf den Plätzen 13 und 15 akut gefährdet, denn am Ende steigen die Mannschaften auf den Rängen 14, 15 und 16 in die jeweilige Oberliga ab. Achim/Badens Haupttorschütze Tobias Freese glaubt aber fest an den Klassenerhalt. "Wir brauchen noch mindestens zehn Punkte. Die können wir holen, wenn wir nur wieder die Stärken abrufen, die uns zu Saisonbeginn ausgezeichnet haben", sagt er.

Dramatische Abstiegsszenarien sind auch in der Oberliga Nordsee nicht zu erwarten, obwohl die Anzahl der Drittliga-Absteiger Auswirkungen auf die Spielklasse hat. Sollten sowohl Beckdorf als auch Achim/Baden absteigen, müssten alle Oberliga-Teams ab Rang zwölf den Gang in die Verbandsliga antreten. Akut gefährdet sind die HSG Wilhelmshaven (14. Platz), die SG Jever/Schortens (13.), der VfL Fredenbeck II (12.), der SV Grambke/Oslebshausen (11.) und die HSG Nordhorn II (10.). Bei weniger Absteigern von oben müssen entsprechend weniger Mannschaften hinunter. Bestenfalls gibt es sogar nur einen Absteiger. Die Aufstiegsfrage in der Oberliga ist derweil so gut wie geklärt. Die Meisterschaft und damit den Aufstieg werden der TSV Bremervörde und die HSG Barnstorf/Diepholz unter sich ausmachen.

In der Verbandsliga Nordsee verspricht ebenfalls nur der Abstiegskampf Spannung. Nachdem der TV Schiffdorf seine Mannschaft schon zu Saisonbeginn zurückgezogen hatte, ist aktuell nur noch ein weitere Absteiger vorgesehen. Die Anzahl ist jedoch abhängig von den Geschehnissen in der Oberliga. Sollten doch mehr Klubs in die Verbandsliga herunterkommen, würde sich die Zahl der Absteiger erhöhen. Derzeit gibt es aber nur einen fast sicheren Kandidaten für die Landesliga: die TS Hoykenkamp. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Stürenburg steht abgeschlagen am Tabellenende. Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg ist derweil mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt. Zwar hat die Landkreis-HSG nach der Rückkehr von Frank Mehrings als Trainer in vier Spielen fünf Punkte geholt, doch der Ligaverbleib ist noch nicht gesichert. "Wir müssen die Verbandsliga halten. Das ist lebenswichtig für den Verein", betont Mehrings. Außerdem sind der TuS Komet Arsten, der TSV Daverden und der TvdH Oldenburg vom

Abstieg bedroht. Aufsteigen werden aller Voraussicht nach der FTSV Jahn Brinkum und die HSG Friedrichsfehn/Petersfehn.

HSG Delmenhorst blüht Endspiel

Von der Abstiegsfrage in der Verbandsliga sind in der Landesliga Weser-Ems keine Mannschaften aus der Region betroffen. Dafür könnte es für ein Delmenhorster Team aber einen dramatischen Aufstiegskampf geben, denn die HSG Delmenhorst steht vor dem Sprung in die Verbandsliga. Derzeit steht die Mannschaft um Spielertrainer Andre Haake punktgleich mit der HSG Osnabrück an der Tabellenspitze. Die Meisterschaft wird sich eventuell erst am letzten Spieltag entscheiden, wenn Delmenhorst in Osnabrück antritt. "Wir wollen die Aufstiegsfrage möglichst lange offen halten. Aktuell müssen wir aber erst einmal die Auswärtshürden in Neuenburg und Dinklage nehmen. Dann sehen wir weiter", sagt Haake.

Einen erbitterten Zweikampf um den Aufstieg liefern sich auch der TSV Ganderkesee und der VfL Bad Zwischenahn in der Gruppe Nord der Weser-Ems-Liga.





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