| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Der Ehrgeiz ist es auch, der die Tennisspielerin immer wieder zu Turnieren treibt, wenn gerade keine Punktspiele mit dem Huder TV anstehen. In der Hallen-Regionalliga der Damen 50 hat sie mit ihrer Mannschaft den Klassenerhalt geschafft. Der Start der Sommersaison in der Oberliga ist noch einige Zeit hin,und so kämpft Horstmann in dieser Woche bei einem ITF-Turnier in Mönchengladbach um Punkte für die Weltrangliste. Die ersten Runden hat sie bereits gemeistert, heute steht das Halbfinale an. "Ich möchte ins Finale kommen, um viele Punkte zu sammeln und in der Weltrangliste weiter nach vorne zu kommen", berichtet sie. Aktuell steht die 54-Jährige auf Rang 148, in der deutschen Rangliste belegt sie Platz 16 bei den Damen 55. Da Horstmann am 9. März 55 Jahre alt wird, ist sie kürzlich in die neue Altersklasse gewechselt. "Dadurch fehlen mir noch einige Punkte. Demnächst will ich aber wieder unter den ersten Zehn in Deutschland sein", hat sie sich vorgenommen.
Um Punkte zu sammeln, scheut Horstmann, die zusammen mit ihrem Mann Josef ein Gebäudereinigungsunternehmen führt, keinen Aufwand. In den vergangenen Tagen pendelte sie zwischen ihrem Wohnort Rethorn, ihrem Arbeitsplatz und der Tennisanlage in Mönchengladbach. "Da wir selbstständig sind, kann ich die Arbeitszeiten glücklicherweise flexibel gestalten", sagt Horstmann, für die Turniere einen besonderen Reiz darstellen. "In der Liga kenne ich fast alle Gegnerinnen in- und auswendig. Auf Veranstaltungen wie jetzt in Mönchengladbach treffe ich dagegen auf mir unbekannte Spielerinnen, die teilweise sogar aus dem Ausland kommen."
Im Inland gibt es ohnehin nur wenige ernsthafte Konkurrentinnen für Horstmann. Erst vor einer Woche setzte sie sich souverän bei den offenen norddeutschen Hallen-Meisterschaften in Isernhagen durch. "Einer meiner größten Erfolge", freut sich Horstmann. Dabei liegt ihr das Spiel unter freiem Himmel eigentlich mehr. Der Grund dafür ist laut Horstmann in längst vergangenen Zeiten zu suchen: "Ich komme vom Fußball. Daher bin ich konditionell immer noch stark und kann viele Bälle erlaufen. Das kommt mir draußen eher zugute."
Fußball und Tennis betrieb Horstmann einst parallel. Als sie mit Mitte 30 dem runden Kunstleder abschwor, nahm ihre Tenniskarriere dann so richtig Fahrt auf. "Für Fußball ist man irgendwann zu alt. Im Tennis gibt es dagegen bei der deutschen Meisterschaft seit Kurzem sogar die Altersklasse 85", sagt Horstmann und lacht vielsagend. Ob sie denn selbst so lange auf dem Platz stehen wolle? "Wenn die Gesundheit mitspielt gerne." Am nötigen Ehrgeiz dürfte es der Ausnahmespielerin sicherlich auch mit 85 Jahren nicht mangeln.






