| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Ob der SV Grohn in der kommenden Saison weiterhin in der Fußball-Landesliga spielt oder als Aufsteiger in der Bremer-Liga ist ungewiss. Fest steht zum jetzigen Zeitpunkt aber, dass die "Husaren" mit einem neuen Trainer in die Spielzeit 2012/13 gehen werden. Der Neue heißt Ulf Hilke, ist 47 Jahre alt, Feuerwehrmann von Beruf und beim SV Grohn alles andere als ein Unbekannter. Von 1992 bis 1998 war der damals kompromisslos agierende Abwehrrecke sportlich betrachtet auf dem schön gelegenen Gelände an der Schöne-becker Straße zu Hause und stieg mit dem SV Grohn 1994 als Landesliga-Meister in die Verbandsliga auf.
Nach dem Ende der aktiven Zeit sammelte er sowohl beim SV Grohn wie auch bei der SG Aumund-Vegesack Erfahrungen als Interimstrainer und unter Jörg Schröder und Kristian Arambasic als Co-Trainer. Als Übergangstrainer sprang er insgesamt dreimal in die Bresche. Jetzt springt er nicht die Bresche, sondern kann das Projekt "Cheftrainer" von langer Hand planen.
Kontakt nie abgerissen
Der Kontakt zu den "Husaren" war letztlich nie abgerissen. Lange Zeit spielte Sohn Gian-Luca beim SV Grohn und mit seinem langjährigen Wegbegleiter Hartmut Pülm tauschte sich Ulf Hilke immer wieder aus. Im vergangenen Sommer wurde der 47-Jährige hinsichtlich der Nachfolge von Juan Schrader, der derzeit auch zweiter Vorsitzender beim SV Grohn ist, erstmals angesprochen. Der zweite Anlauf folgte kürzlich - mit Erfolg. Nach einer einwöchigen Bedenkzeit gab Ulf Hilke dem SV Grohn seine Zusage.
"Ulf kennt das Umfeld, hat jahrelang in der ersten Herren gespielt und die glorreichen Zeiten erlebt. Der Kontakt ist nie abgerissen", erklärt Juan Schrader, warum Hilke zunächst zum Kandidatenkreis zählte und es dann zur Einigung kam. Ein Nachfolger musste gefunden werden, weil Juan Schrader nach neunjähriger Trainertätigkeit - beim SV Eintracht Aumund und beim SV Grohn - so etwas wie Amtsmüdigkeit verspürt: "Ich konnte mich nicht mehr so richtig motivieren. Vielleicht habe ich im Verein zu viel gemacht. Ich kann dem Verein im Vorstand mehr helfen als am Platz."
In diesem Zusammenhang denkt Juan Schrader ganz besonders an den Wunsch, auch einen Kunstrasenplatz zu bekommen. Ein Platz, der die "nicht gerade besten Trainingsbedingungen" (Hilke) verbessern soll. Bedingungen, die Ulf Hilke allerdings nicht abgeschreckt haben, denn er weiß um die Vorzüge des Vereins. Für ihn ist der SV Grohn "der Traditionsverein in Bremen-Nord", der trotz des Umzuges an den Oeversberg und des veränderten Freizeitverhaltens immer noch über einen stattlichen Anhang verfügt.
Einen Anhang, dem Ulf Hilke in der kommenden Saison eine ganz eng zusammenrückende Mannschaft mit weniger Fluktuation präsentieren will. Kameradschaft heißt nämlich ein entscheidendes Schlagwort des neuen Trainers. "Eine gute Kameradschaft ist schon einen Punkt wert", begründet der vom SV Grohn für ein Jahr per Handschlag verpflichtete Feuerwehrbeamte, der ferner auf Disziplin wert legt und den Spaß und das Spielen im Training für unverzichtbar hält: "Konditionell muss es stimmen, aber der Ball steht klar im Vordergrund."
Wer Ulf Hilke als Co-Trainer zur Seite stehen wird, stand Dienstagnachmittag noch nicht fest. Doch Ulf Hilke wie auch Juan Schrader kündigten diesbezüglich ein Gespräch am Abend an. Während sich hier also ein baldiges Ergebnis abzeichnet, muss sich Ulf Hilke noch einige Monate gedulden, um zu wissen, in welcher Spielklasse er sein Traineramt antritt. Derzeit ist der SV Grohn Tabellenfünfter und Ulf Hilke weiß: "Die Rückrunde ist noch lang."






