| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Nein, es geht auch darum, neue Spieler einzubinden - und vor allem: Den neuen Mann auf der Kommandobrücke kennenzulernen. Denn der TVL hat sich dazu entscheiden, vom bisherigen Modell des Spielertrainers Abstand zu nehmen und fortan einen hauptverantwortlichen Übungsleiter hinter der Bande stehen zu haben. Mit Andreas Blankenstein konnte dabei ein bundesweit anerkannter Floorball-Fachmann für diesen Posten gewonnen werden.
"Die erste Liga ist ein Quantensprung", sagt Blankenstein, der zuvor bereits erfolgreich bei Ex-Bundesligist TV Eiche Horn aktiv war und den Floorball beim ATS Buntentor aus der Taufe gehoben hat. Nach eineinhalbjähriger Pause war der 36-Jährige nun derart vom Lilienthaler Konzept überzeugt, dass er am Ende "gar nicht mehr Nein sagen konnte".
Neben Blankenstein wurde mit Daniel Niebuhr auch gleich ein Co-Trainer verpflichtet, außerdem haben die Lilienthaler mit Gudrun Hallerstede und Michael Rothgeber auch noch gleich Mental-Trainerin und Physiotherapeut mit ins Boot geholt. Abteilungsvorstand Daniel von der Heyde machte sich zudem mit Tobias Melde auf Sponsorensuche - und auch hier konnten Erfolge verzeichnet werden. "Das ist einfach der Hammer, was die hier in Lilienthal reißen", zeigt sich deshalb auch der neue Chefcoach begeistert von seinem neuen sportlichen Umfeld.
Jahresetat: 20.000 Euro
Mit knapp 20.000 Euro ist die Floorball-Bundesliga im Etat veranschlagt. In der vergangenen Zweitligasaison waren es knapp 12.000 Euro. "Wir wollen einfach versuchen, das hier alles auf eine professionelle Basis zu stellen", sagt von der Heyde. So sollte der ehemalige Spielertrainer Dennis Heike unbedingt entlastet werden. Fortan kann er sich voll auf seinen Spielerjob konzentrieren.
Spieler müssen nicht mehr fahren
Aber auch Kleinigkeiten können in der Bundesliga enorm wichtig sein, wie Tobias Melde zu denken gibt: "Spieler sollen in Zukunft nicht auch noch Auto fahren." Zumal bei bei den zukünftigen weiten Anreisen. Fahren sollen deshalb andere aus dem Verein. Wenn auch der Aufwand für den TVL um ein Vielfaches steigt - eins soll in der kommenden Saison bleiben wie bisher: Der Eintritt zu den Lilienthaler Heimspielen ist weiterhin kostenlos. Auch das soll über Sponsoren und freiwillige Spenden während der Spiele abgedeckt werden. Vergleichbares gibt es sonst nirgendwo in Deutschlands höchster Floorball-Liga.
Blankenstein, der absoluter Wunschkandidat bei Mannschaft und Verein auf den Trainerposten war, hat übrigens gleich seine Kontakte spielen lassen und zwei neue Spieler mit nach Lilienthal gebracht. Mit U19-Nationaltorhüter Nils Hallerstede kommt dabei ein alter Bekannter zurück zum TVL. Außerdem wird Defensiv-Routinier Jan-Paul Gersdorf sicherlich ein Gewinn für die Mannschaft sein. Weitere Neuzugänge sind geplant. Angesichts dieser Personalien - und vor allem angesichts der hohen Leistungsbereitschaft der ganzen Mannschaft - sieht Blankenstein dem Abenteuer halbwegs gelassen entgegen.
"Es steigt ja wegen der Ligaaufstockung in der kommenden Saison nur ein Team ab. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir das eigentlich schaffen müssten", so der C-Lizenzinhaber, der im September das jüngste Team der Bundesliga in die Saison führen wird. Und diese soll dann übrigens keine Eintagsfliege bleiben. "Wir wollen uns in dem Kreis der praktisch seit Jahren unter sich spielende Bundesligateams etablieren", sagt Blankenstein.









