| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Harald Behrens ist ein echtes Hüttenbuscher Urgestein. Er wurde in dem Ort geboren und wuchs in der Schulstraße auf. Im Jahre 1974 baute er dann ein Haus im Hansaweg. Dort wohnt er noch heute mit seiner Frau Marion, mit der der Installateurmeister bereits seit knapp 44 Jahren verheiratet ist. Im oberen Teil des Hauses hat Tochter Birgit Behrens, die Betreuerin der Herrenriege aus der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz, ihr eigenes Reich.
Die andere Tochter, Heike, wohnt nicht mehr daheim und hat mit Fußball überhaupt nichts am Hut. Harald Behrens ist nur froh, dass seine Frau Marion das Rasenmähen auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück übernommen hat. "Ich habe schließlich wenig Zeit dafür, da ich immer unterwegs bin", erzählt der selbständige Handwerksmeister im Sanitär- und Heizungsbau. Behrens, den alle in Anlehnung an den Namen seiner Mutter Mathilde nur "Thille" nennen, würde sich gerne langsam aus dem Geschäft zurückziehen. "Es ist schwierig, einen Nachfolger zu finden", gibt er zu bedenken. Von den Töchtern möchte keine die Firma übernehmen.
Harald Behrens durchlief von klein auf jede Jugendmannschaft des SV Hüttenbusch und kickte im Anschluss meistens in beiden Herrenteams gleichzeitig. Wenn jemals der Begriff Allrounder auf jemanden zugetroffen hat, dann auf Harald Behrens. Nicht gerade selten hütete er erst das Tor der zweiten Riege, um im Anschluss in der Ersten als Rechtsaußen aufzulaufen. Nach dem Aufstieg in die Bezirksklasse war Behrens meistens als Vorstopper auf dem Feld zu finden. "Unter Trainer Dieter Müller haben wir eine berühmt und berüchtigte Abseitsfalle aufgebaut", erinnert sich der 65-Jährige gerne zurück.
Helmut Müller bezeichnet Behrens als den besten Trainer, den er in seiner langen Laufbahn erlebte. Ihm folgte Dieter Müller. Pünktlich zur Einweihung des neuen Sportplatzes am Mühlendamm im Jahre 1972 stieg Hüttenbusch in die Bezirksklasse auf. Hier traf der Klub über ein Jahrzehnt auf Teams wie den Rotenburger SV, FC Worpswede, 1. FCO sowie den VSK Osterholz-Scharmbeck. Dabei bremste "Thille" Behrens so bekannte Akteure wie "Pummel" Stöhr und Harry Fraas aus. Im Einweihungsspiel für den neuen Sportplatz vor 40 Jahren gegen die Altligaformation des SV Werder Bremen trat Behrens sogar gegen den Ex-Nationalspieler Willi Schröder an, der sich in der Deutschen Mannschaft mit Fritz Walter um einen Platz im Angriff stritt.
"Max Lorenz war damals auch vor Ort, durfte aber wegen seiner Verwicklung in den damaligen Bundesliga-Skandal nicht spielen", teilt der Unternehmer mit. Die Gastgeber fegten den vermeintlichen Favoriten mit 5:2 vom Feld. Besonders aufregend sei auch das Freundschaftsspiel gegen den SV Hemelingen gewesen, bei dem der frühere Werderaner Gerd Zebrowski an der Seite seines Bruders Manfred seine Karriere ausklingen ließ.
Noch heute schaut sich der zweimalige Kreispokalsieger fast jedes Match der ersten Herrenmannschaft an. Dabei ist der frühere Schriftführer des Klubs nicht gerade für seine ruhige Art bekannt. "Ich kann mich schon mal leicht aufregen, wenn es nicht gerecht auf dem Platz zugeht", räumt Behrens ein. Deswegen habe er auch bereits des öfteren Ermahnungen der Schiedsrichter erhalten. Zur Verdeutlichung hält sich Behrens den Zeigefinger an den Mund. "Ich bekomme mein Problem aber langsam in den Griff", beteuert der Werder-Fan der ersten Stunde.
Dieser war auch beim ersten Bundesligaspiel der Grün-Weißen im August 1963 gegen Borussia Dortmund im Weserstadion dabei. "Werder hat 4:2 gewonnen", weiß Behrens noch heute. Es ärgert ihn nicht, dass seine Tochter Birgit Fan des FC Bayern München wurde. "Wir waren wohl früher zu oft in Bayern im Urlaub", scherzt der angehende Rentner.
Nachdem Harald Behrens bereits im Jahre 1972 das Vereinsheim mit errichtet hatte, erneuerte er nun bei der Renovierung die gesamten sanitären Anlagen und half "Jonny" Wendelken, dem Vater der aktuellen Herrenspieler Sascha und Florian Wendelken, beim Fliesenlegen.
"Wir wollten das ganze Vereinsbild wieder ein bisschen aufpeppen", teilt er mit. Dazu passe auch der Höhenflug der Fußballer, die sich anschicken, in die Kreisliga zurückzukehren. "Unser Trainer Uwe Behrens leistet sehr gute Arbeit", stellt der Werder-Anhänger seinem Namensvetter ein hervorragendes Zeugnis aus. Die beiden sind weder verwandt noch verschwägert. Das große Vorbild von Harald Behrens war Hermann Kück, mit dem er ein Jahr in der Altliga zusammenkickte.






