| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Anders als andere Trainer in vergleichbaren Situationen verweist Trainer Jörn Meyer aber nicht auf Verletzungssorgen. "Die Personalsituation war in Ordnung", stellt er stattdessen sofort klar. Auch wenn mit Hendrik Meyer und Fabians Wolters zwei Stammkräfte lange ausfielen. "Tatsächlich hätten wir gern Mannschaften wie Hachetal oder Kirchdorf hinter uns gelassen", meint Meyer. Aber seiner Mannschaft habe eben immer mal wieder der letzte, aber entscheidende Tick Konzentration gefehlt. "Außerdem haben sich manche Spieler vielleicht nicht immer richtig vorbereitet", so Meyer, der gerne mehr erreicht hätte, als den bloßen Klassenerhalt.
"Allerdings brauchen wir angesichts der Stärke der anderen Vereine nicht von der oberen Hälfte zu träumen. Wir reden von einem oder zwei Tabellenplätzen, die noch drin gewesen wären. Wenn man aber insgesamt die vergangenen Jahre betrachtet, kann man nur den Hut vor der Leistung ziehen." Alles in allem habe es Spaß gemacht, gegen Mannschaften wie TuS Sulingen und TV Stuhr zu spielen, auch wenn es dabei herbe Klatschen (0:7, 2:8) hagelte. Die Fieberkurve des TSV Schwarme verlief stetig abwärts. Seit dem achten Spieltag rangieren die Blauweißen auf dem 14. Platz.
Der Höhenflug zu Beginn mit Platz drei lag vor allem am Auftaktgegner TSV Brockum, gegen den es mit 4:0 (und dem 5:1 im Rückspiel) die beiden höchsten Saisonerfolge gab. Doch die Ernüchterung folgte prompt, zwei Wochen später verlor Schwarme sogar gegen Eydelstedt. Tiefpunkte waren die Pleiten in der Saisonschlussphase gegen den SC Twistringen (2:6) und den TuS St. Hülfe-Heede (0:7). Dafür verkaufte sich der TSV bei den knappen Niederlagen in der Rückrunde gegen die späteren Aufsteiger Sulingen und Stuhr recht teuer und nahm dem SV Bruchhausen-Vilsen mit dem 3:1 die letztlich entscheidenden Punkte im Kampf um den Aufstieg ab. Deshalb wird es auch in der kommenden Saison das Samtgemeindederby gegen die Vilser geben.
Und auch die Schwarmer wollen fortan nach vorne blicken. Und das wiederum hängt nicht nur mit dem mäßigen Saisonverlauf zusammen. Denn alle Punkte und Tore traten total in den Hintergrund, als der Schwarmer Fußballer Christopher Metzner bei einem Autounfall starb. "Wir haben lange und oft darüber gesprochen und diejenigen, die enger mit ihm zu tun hatten (und dazu gehörte auch Jörn Meyer selbst, die Red.), hatten einiges zu verarbeiten", erinnert sich der Coach.
Doch inzwischen rollt der Ball wieder. Jörn Meyer wird allerdings nach nur einer Saison den Trainerjob wieder aufgeben und Henry Marcineck (bislang SV Mörsen-Scharrendorf) übernehmen. "Es hat nicht so gepasst", erklärt der Martfelder, der die undankbare Aufgabe hatte, dem langjährigen Trainer Lüder Meyer zu folgen und damit ein neuer Kopf mit neuen Ideen in einem jahrzehntelang geprägten System zu sein. "Ich wünsche, dass es in Schwarme gut weiter läuft", so Jörn Meyer. Doch zurzeit überwiegt die Ungewissheit angesichts von etlichen Leistungsträgern, die nicht mehr zur Verfügung stehen.
Mit Tim Bösche verabschiedet sich ein starker Torwart und versucht sich beim TuS Sulingen in der Bezirksliga. Höherklassig spielt zukünftig auch Arne Brinkmann beim MTV Riede. Tobias Ehlert wird pausieren und Julian Albrecht wechselt gemeinsam mit Hendrik Meyer zum Brinkumer SV in die Bremen-Liga. Und die mit Meyer aus Martfeld gekommenen Youngster Eike Harf, Christoph Lindemann und Alexander Kuhlenkamp gehen wieder zurück zu ihrem Heimatverein.
"Die Jungs haben sich in der Kreisliga gut behauptet und könnten dort auch weiterhin spielen", ist Meyer überzeugt. Sein Fazit klingt versöhnlich: "Wir haben Spieler aus der 1. Kreisklasse eingebaut und frühzeitig die nötigen Punkte geholt. Viele Spieler haben ihr Soll erfüllt und Cengiz Yalcin und Steffen Hoberg als ehemalige A-Junioren eine großen Sprung gemacht."






