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Es war ein kurioses Rennen in der Huntestadt. Ursprünglich hatte Oliver Sebrantke den Marathon als reine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen behandeln wollen. Ein erster Platz sollte zwar schon herausspringen, eine Deklassierung des Feldes hatte er aber nicht geplant. "Da ich mich für den Frankfurt-Marathon schonen wollte, war mein Ziel, 30 Sekunden vor dem Zweitplatzierten ins Ziel zu laufen", erklärte Sebrantke. Einziges Problem dabei: Die Konkurrenz wollte nicht so ganz mitspielen.
Anfangs konnte sich der 35-Jährige durchaus noch mit dem Tempo anfreunden. Gemeinsam mit vier weiteren Läufern setzte sich Sebrantke an die Spitze, drei seiner Kontrahenten hatten allerdings lediglich für den Halbmarathon gemeldet. So war die Zeit nach 21 absolvierten Kilometern dank des schnellen Trios zwar überaus erfreulich (1:15:06h), nach deren Zielankunft ging es während der zweiten Rennhälfte jedoch deutlich ruhiger zu. "Bei Kilometer 25 merkte ich schon, dass unsere Kilometerzeiten langsamer wurden", erinnert sich Sebrantke. "Bei Kilometer 30 war mein Mitläufer dann nur noch am Schnaufen." Dennoch behielt der Stuhrer seine Taktik bei und blieb eisern an der Seite von Achim Groenhagen (LG Harlingerland).
Kurz verlangsamt, dann angezogen
Irgendwann war die Geduld jedoch vorbei. "Wir liefen den Kilometer in einem Schnitt von 3:50 Minuten, was sich für mich - der normalerweise einen Schnitt von 3:40 Minuten läuft - sehr langsam anfühlte", berichtete der Bankkaufmann. So zog er erstmals nach 33 Kilometern das Tempo an und hatte sofort einen Abstand von 100 Metern zwischen sich und seinen Verfolger gebracht. Nachdem er Groenhagen wieder hatte herankommen lassen und einige Zeit erneut mit ihm gelaufen war, verabschiedete sich Sebrantke acht Kilometer vor dem Ziel von dem Triathleten und sauste davon. Bis zum Ende nahm er dem späteren Zweitplatzierten noch knapp drei Minuten ab und lief souverän seinem nächsten Sieg entgegen (2:36:48h).
Bei all der Überlegenheit stellte sich nach dem Rennen gar die Frage, ob der Stuhrer nicht viel früher hätte attackieren und auf Rekordjagd gehen sollen. "Ich bin mit dem Gedanken eines Trainingsmarathons nach Oldenburg gefahren und nicht, um Bestzeit zu laufen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das vielleicht falsch war, denn bei diesen perfekten Bedingungen und der flachen und leichten Strecke wäre das sicher möglich gewesen", gestand Sebrantke. "Aber als ich das realisierte, hatte ich schon zu viel Zeit mit meinem Mitläufer vertrödelt."
Einige seiner Vereinskollegen nutzten dagegen ihre Chance und drehten eifrig an der Uhr. Harm Huss belegte beispielsweise Rang 14 und freute sich über eine Zeit von 3:09:29 Stunden. Björn Jüttner beendete sein Rennen über die Halbdistanz auf Platz 39 (1:28:50h), Jörg Kruse wurde 62. (1:31:23h). Über die zehn Kilometer setzte sich Birgit Niemann-Scheffel mit Rang neun bestens in Szene (43:16min).









