Fußball-Kreisliga Diepholz

 - 03.02.2012

Zusammenhalt als Erfolgsrezept

Von Justus Seebade
Weyhe. Wenn eine Mannschaft aufsteigt, ist die Zielsetzung meist eindeutig: bloß irgendwie den Klassenerhalt schaffen. Viel weiter nach oben orientieren sich nur wenige, zunächst geht es um das nackte Überleben. Häufig stellt dieses Szenario gleichzeitig die Realität dar - bisweilen aber eben auch nicht. Zum Beispiel beim TSV Weyhe-Lahausen, Neuling in der Kreisliga Diepholz. Dort, im Zentrum Weyhes, schaute das Abstiegsgespenst bislang nicht vorbei. Der TSV hat es sich im Tabellenmittelfeld gemütlich eingerichtet.
Es war einmal: Tim Arnebold (vorne) schirmt als engagierter Spielertrainer des TSV Weyhe-Lahausen den Ball elegant ab. Auf dem Feld und außerhalb hat sich der Routinier enorme Verdienste erworben – jetzt hat es ihn beruflich nach Frankfurt verschlagen.
Es war einmal: Tim Arnebold (vorne) schirmt als engagierter Spielertrainer des TSV Weyhe-Lahausen den Ball elegant ab. Auf dem Feld und außerhalb hat sich der Routinier enorme Verdienste erworben – jetzt hat es ihn beruflich nach Frankfurt verschlagen.

Ein Umstand, der in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten war. Die Lahauser verfügen zwar über eine junge und spielerisch versierte Truppe, doch dass die Abfahrt Tabellenkeller derart schnell zurücklag, ist dennoch eine echte Überraschung. Selbstverständlich eine freudige, eine, die mit viel Wohlwollen registriert wird. "Wir sind natürlich sehr zufrieden damit", urteilt Co-Trainer Sven Rödenbeck mit Blick auf die Hinrunde. "Wir haben zwar darauf gehofft, aber dass es nun wirklich so gut gelaufen ist, ist natürlich umso besser für uns."

24 Zähler haben die Schwarz-Weißen in den bisherigen 17 Partien gesammelt und rangieren deshalb auf Rang acht - mit satten zwölf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Bei der Suche nach den Gründen für das bisher starke Abschneiden wird Sven Rödenbeck schnell fündig. "Das Lob geht an das Kollektiv. Die Jungs unternehmen privat viel zusammen, und das spiegelt sich auf dem Platz wider." Es ist der Zusammenhalt, der die Mannschaft (meistens) zum Erfolg führt.

Etwas mehr Geduld

Einen kleinen Kritikpunkt hat Rödenbeck trotzdem. "Wir haben öfter mal ein spätes Tor kassiert. Wenn wir in manchen Partien geduldiger gespielt hätten, wäre noch der ein oder andere Punkt mehr drin gewesen." Doch auch so stehen dem Assistenten sowie Neu-Trainer Holger Rathkamp, der das Amt vom erfolgreichen und beliebten Spielertrainer Tim Arnebold übernahm, ein gut funktionierendes Team zur Verfügung.

Tim Arnebold, der sich nach dem abschließenden Spiel gegen den TuS Sudweyhe (2:2) von jedem Akteur einzeln verabschiedete, zieht es aus beruflichen Gründen nach Frankfurt. "Tim ist ein besonderer Typ, ihn kannst du nicht eins zu eins ersetzen", richtet Rödenbeck noch einmal ein großes Lob an den bisherigen Coach, dessen Nachfolger an der Zentralsportanlage aber ebenfalls kein unbekanntes Gesicht ist. Holger Rathkamp war vor seiner neuen Aufgabe bereits als Jugendtrainer im Verein tätig und ist - wie Rödenbeck es ausdrückt - "ein Ur-Lahauser". Und zwar einer, der für seine neue Aufgabe eine Menge Motivation mitbringt. "Er ist richtig heiß darauf." Sorgen macht sich der Co-Trainer jedenfalls keine. "Mal gucken, ob sich das auf das Team auswirkt. Die Jungs wissen das aber schon länger. Ich hoffe, dass es mit Holger so weiterläuft - oder noch besser." Rödenbeck wüsste jedenfalls keinen Grund, wieso es nicht so kommen sollte.

Bis dato lief es jedenfalls zur vollen Zufriedenheit aller TSV-Verantwortlichen, und zwar nicht nur in der Liga, sondern auch im Kreispokal. "Dass wir da noch dabei sind, ist ein Highlight. Da wollen wir mal schauen, ob wir nicht noch eine oder zwei Runden weiterkommen", gibt Rödenbeck die Marschroute vor.

In der Liga soll es natürlich gleichfalls so weitergehen wie bisher. "Wichtig ist für uns ein guter Start in die Rückrunde", meint Rödenbeck. Worüber er sich wohl auch freuen würde, wären ein paar weniger Verletzte im Vergleich zur Hinserie. "Wir mussten viele Ausfälle auffangen, haben das aber gut hingekriegt. Wir haben unser System, in das wir reinstecken können, wen wir wollen - es klappt." Die Lahauser sind folglich personell flexibel. Und sie haben schon jetzt mit guten Leistungen praktisch alle Abstiegssorgen beseitigt - eine prima Ausgangslage für die Rückrunde.





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