| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Rainer Dismer, der Fußballabteilungsleiter im TSV, erinnert sich gerne an eine Zusammenkunft der verschiedenen Sparten. Das Ganze ist schon einige Jahre her, aber immer noch aktuell wegen seiner Nachhaltigkeit. "Wir haben uns damals zum Ziel gesetzt, einen durchgängigen Spielbetrieb zu schaffen", erzählt Dismer. Will heißen: Es sollte jeder Jahrgang - von den Minis bis zu den Erwachsenen - die Möglichkeit erhalten, unter Wettbewerbsbedingungen Fußball zu spielen. Von den G- bis zu den A-Junioren bis zum Seniorenbereich, lückenlos und ineinanderfließend.
Kurzum: Das Vorhaben wurde dank engagierter Menschen, die stets das Wohl des Vereins im Blick behielten, verwirklicht. Schneller als erwartet. Dass der TSV Weyhe-Lahausen heute vor allem dank seiner herausragenden Jugendteams einen guten Namen besitzt, kommt nicht von ungefähr. Quantität und Qualität sind eine enge Verbindung eingegangen.
Teamgeist zählt
Wobei das mit der Qualität so eine Sache ist. Die wird nämlich gleichfalls nicht ausschließlich über nackte Zahlen definiert - zumindest nicht bei den Lahausern. "Wir legen genauso großen Wert darauf, dass der Charakter unserer Kinder und Jugendlichen geschult wird", versichert Dismer. Der Hebel wird auch dort angesetzt, wo der reine Fußball aufhört - etwa durch gemeinsame Aktivitäten. "So bieten wir Fahrten ins Klimahaus oder ins Universum an", nennt der Spartenleiter nur zwei Beispiele von vielen, die alle in eine Richtung gehen: dass die Jungs und Mädels etwas lernen, etwas mitnehmen fürs Leben. Zusammenhalt als pädagogischer Ansatz. Rainer Dismer spricht in diesem Zusammenhang vom "Teamgeist Lahausen". "Das ist das Besondere bei uns und nicht nur ein bloßer Spruch." Das Konzept zahlt sich aus.
Der fußballinteressierte Nachwuchs kommt offensichtlich gerne zum TSV Weyhe-Lahausen, die spezielle Herangehensweise hat sich herumgesprochen. Aktuell nehmen 29 Mannschaften am Ligaspielbetrieb teil - und davon nicht weniger als 23 im Jugendbereich. Dazu gehören auch eine reine Hobbytruppe und die so genannten Little Lions für Kinder ab drei Jahren. Alles in allem imposante Fakten, die nicht nur für sich stehen, sondern Tag für Tag mit Leben gefüllt werden. Das alles kann kein Zufall sein, es entspricht vielmehr dem Anspruch der Lahauser.
"Wir verfügen über zehn C-Lizenz-Trainer", so Dismer. Ein erfahrener B-Lizenz-Inhaber ist seit kurzem auch dabei: Volker Radel. Er war 16 Jahre lang in gleicher Funktion beim SV Werder Bremen tätig und kümmert sich jetzt um die ambitionierte Truppe des Jahrgangs 1999 bei den Lahausern, bei denen leistungsorientierter Fußball und reiner Freizeitspaß Hand in Hand gehen. Beides ist vorhanden, beides ist gewollt.
Zurzeit zählt die Fußball-Abteilung nicht weniger als 614 Mitglieder und ist damit die größte im Verein: knapp vor den Turnern. Der Erfolg gibt den Verantwortlichen also Recht, die diesen Umstand vor allem als Ansporn für weitere Aktivitäten sehen. Stillstand ist verpönt.
Auf dieser Basis ist beispielsweise die Fußball-Akademie "Kick it" entstanden, in der Kinder zwischen sechs und 14 Jahren fünf Tage lang unter fachkundiger Anleitung trainiert werden, "mit Vollverpflegung", ergänzt Dismer. Das Wichtigste dabei sei: der Spaß an der Sache und das Erlernen von sozialen Kompetenzen. "Schließlich treffen Grundschulkinder auf Teenager, die müssen irgendwie miteinander klarkommen", erklärt Dismer, um sogleich zu ergänzen: "Und das funktioniert auch."
In diesem Zusammenhang sei auch die Kooperationen des TSV mit der Ballschule Nord zu verstehen. Immer geht es um darum, eine inhaltliche Verbesserung der Trainingsinhalte zu erzielen, die gerne auch über den reinen Fußball hinausgehen darf. Warum sollten sich die jungen Kicker nicht auch fußballfremd ausprobieren können? "Bei uns können sie das", sagt Dismer. Er ist mittlerweile sechs Jahre Abteilungsleiter und seit mehr als sieben Jahren im Fußballvorstand tätig - eine Herzensangelegenheit.
Ob er sich als Überzeugungstäter fühle? "Ja, irgendwie schon", gesteht Dismer und kommt ganz schnell wieder auf das Wesentliche zu sprechen: Fußball im TSV. Das ist auch das Nachwuchs-Pfingstturnier, das gewöhnliche Dimensionen längst gesprengt hat. Zuletzt tummelten sich rund 1000 Talente auf der Anlage der Zentralsportanlage. Davon ein Gros Übernachtungsgäste. "So etwas muss man erst einmal stemmen", so Dismer, aber es würde gehen. Wenn es um das Wohl der jungen Fußballer geht, finden sie in Lahausen eben immer eine passende Lösung - weil sie eine passende Lösung finden wollen.






