| Zwölf Fragen zum Sportjahr 2011 » |
Entsprechend enttäuscht äußerte sich Sonntagmorgen SSGi-Trainer Michael Meinhard gegenüber dieser Zeitung: "Das alles ist schon sehr bitter", gab er zu. Es müssten wohl noch einige Tage ins Land streichen, ehe er die Niederlage endgültig verarbeitet habe. Verständlich. Schließlich war es so knapp, wie es knapper kaum sein kann. Ein Drehbuchautor mit dem Hang zu dramatischen Finals hätte seine wahre Freude an dem Geschehen auf dem Schießstand gehabt.
So musste Artur Gevorgjan, der die Bassumer gemeinsam mit Meinhard betreut, in seinem Duell an Position zwei gegen Abdullah Ustaoglu ins Stechen gehen. Nach 40 Schuss hatten beide Kontrahenten 379 Ringe erzielt. Und dann passierte es: Während dem Waldenburger eine glatte Zehn gelang, traf der erfahrene Gevorgjan nur in die Neun. Duell verloren - und damit letztlich auch die gesamte Partie.
Dass Bassums Nummer eins Olena Kostevych gegen Joao Costa herausragende 386 Ringe gelangen und Antje Noeske ihr Duell an Position drei traumhaft sicher gewann - das alles zählte am Ende nicht mehr. Auch nicht die Tatsache, dass Albert Grieskamp an vier ebenfalls nur haarscharf um einen winzigen Ring unterlag (377 gegenüber 378). Es hatte einfach nicht sollen sein für die Gilde - wieder nicht. Michael Meinhard sprach hinterher bildhaft von einem "Hauch von Nichts", der aber nichtsdestotrotz ausschlaggebend gewesen sei. Es war wahrlich zum verrückt werden.
Doch es sich ganz so einfach machen und nur die Komponenten Glück und Pech bemühen, wollte Meinhard denn auch nicht. "Waldenburg schließt einfach an allen fünf Positionen auf einem sehr, sehr ausgeglichenen Level", bemerkte er. Das sei bei den anderen Teams in dieser Komprimiertheit nicht der Fall.
Der alte und neue Deutsche Meister konnte es sich deshalb sogar erlauben, dass seine Nummer eins Joao Costa im Viertelfinale, Halbfinale und schließlich auch im Finale leer ausging. Es war einfach nicht sein Wochenende - aber die Süddeutschen vermochten das gut zu kompensieren. Sie bezwangen nicht nur die Bassumer mit 3:2, sondern anschließend auch den SV Kelheim-Gmünd und den SV 1935 Kriftel.






