| 15 Fragen zu Werders Rückrunde 2011/12 » |
Die erste Hiobsbotschaft gab es schon vor dem Spiel: Claudio Pizarro war nach seinem Sturz im Training nicht fit für die Startelf, dafür rückte Markus Rosenberg in die Startelf. Auf der linken Außenbahn bekam Neuzugang Aymen Abdennour den Vorzug vor Petri Pasanen, der Tunesier gab sein Bundesliga-Debüt. Im Mittelfeld vertraute Trainer Schaaf auf Tim Borowski anstatt Daniel Jensen.
Die Gäste aus Bremen übernahmen vor 45.600 Zuschauern gleich das Kommando, hatten aber außer viel Ballbesitz in der Anfangsphase wenig zu bieten. Auch Frankfurt schien nicht sonderlich an einem hohen Tempo interessiert, so blieben die ersten 15 Minuten nahezu ereignislos. Eine erste gute Konterchance für Werder machte Rosenberg mit einem schlechten Pass zunichte (16.).
Das Spiel wurde in der Folge munterer. Die erste kleinere Torchance erspielte sich Werder dann über Aaron Hunt, dessen Flanke auf Rosenberg aber von Marco Russ geblockt wurde (20.). Auf der Gegenseite entwischte der schnelle Patrick Ochs dem Debütanten Abdennour, doch war Wiese beim Flachschuss des Frankfurters auf dem Posten (22.).
Erstmals heikel wurde es in der 24. Spielminute. Zunächst parierte Oka Nikolov glänzend gegen Aaron Hunt, dann kam im Nachsetzen Marko Marin nach einer Grätsche von Maik Franz zu Fall - Schiedsrichter Michael Weiner entschied aber nicht auf Elfmeter für Werder. Zwar lag eine Berührung vor, doch ließ sich Marin etwas zu spektakulär fallen. Eine heikle Entscheidung.
Werder fehlen die Ideen
Kurzzeitig war richtig Tempo im Spiel, weil auch die Eintracht etwas mehr riskierte. Hunt hatte nach toller Vorlage von Mesut Özil die nächste gute Werder-Chance, doch wurde der Nationalspieler aus elf Metern in höchster Not geblockt (30.). Das war es dann aber auch schon in Sachen Torgefahr im enttäuschenden ersten Durchgang.
Personell unverändert ging es nach der Pause weiter, Werder war gleich wieder bemüht und feldüberlegen. Mit einem Distanzschuss von Clemens Fritz hatte Keeper Nikolov aber keine Probleme (50.). Spielerisch taten sich die Gäste aber immens schwer, von der gefürchteten Kreativität des Mittelfelds um Özil und Hunt war zu selten etwas zu sehen.
Frankfurt stand hinten sicher, wagte nach vorne aber nicht viel. Bis zur 58. Minute. Pirmin Schwegler spielte Chris schön frei, der passte flach in den Strafraum, wo Russ auch acht Metern den Ball zwar nicht richtig traf, aber dennoch den Weg ins Tor fand - 1:0 für die Gastgeber, ein Tor, das nun wirklich nicht in der Luft lag.
Auch die "Joker" stechen nicht
Schaaf reagierte und schickte Pizarro und Daniel Jensen auf den Platz, der enttäuschende Rosenberg und der blasse Tim Borowski mussten dafür runter (61.). Und nur Sekunden nach seiner Einwechslung war Pizarro gleich im Brennpunkt, doch verhinderte Nikolov mit einem Glanzreflex den Ausgleich - es war der erste Ballkontakt des Peruaners.
Werder war gefordert, entfachte aber keine echte Gefahr. Besonders die Standardsituationen, die in der Hinrunde noch eine Waffe waren, fanden keinen Abnehmer. Zwar stimmte in dieser Phase der Einsatz, die Bremer waren um eine Reaktion sichtlich bemüht, doch eine Torchance sprang dabei nicht heraus. Mit einem tollen Distanzschuss hätte Selim Teber sogar das 2:0 markieren können, sein Ball landete aus 25 Metern aber auf dem Tornetz (74.).
Özil vergibt die letzte Chance
Trainer Schaaf zog die letzte Option und brachte in Hugo Almeida für Abdennour einen weiteren Angreifer (75.). Spielerich kam der DFB-Pokalsieger aber weiter nicht auf Touren. Eher zufällig kam Marin nach einem Pressschlag zu einer Chance, doch ließ sich Nikolov von der Bogenlampe letztlich nicht überraschen (77.). Frankfurt stand weiter hinten sicher, Werder schien sichtlich frustriert und verkrampft. Bei einem Konter der Gastgeber verhinderte Tim Wiese ganz stark das mögliche 0:2 gegen Teber (82.).
Eine echte Bremer Schlussoffensive gab es höchstens in der Nachspielzeit. Hunt kam noch einmal zum Abschluss (84.), setzte den Ball aber knapp daneben. Wenig später traf er den Ball zentral vor dem Tor nicht sauber (90.). Auch Tim Wiese, der bei den letzten Szenen mit nach vorne marschierte, konnte dem Spiel keine Wende mehr geben. Bezeichnend: Sekunden vor Schluss ließ Özil eine Großchance geradezu kläglich verstreichen (90.).
So blieb es am Ende bei der erneuten Niederlage gegen die Eintracht und dem daraus resultierenden Fehlstart ins Bundesliga-Jahr 2010. Werder liegt nur bereits zehn Punkte hinter Tabellenführer Bayer Leverkusen zurück, auch der Hamburger SV ist auf Rang drei schon sechs Zähler enteilt. Die Bremer Aufhojagd ist durch den Patzer am Main sicherlich nicht leichter geworden.




