| 15 Fragen zu Werders Rückrunde 2011/12 » |
Dass einige verletzt sind, war bekannt. Dass Spieler aus der zweiten Reihe nicht gerade in den Vordergrund drängen, hat man am Dienstag in Rostock gesehen. Man darf wohl sagen, dass das 0:3 ein totales Gurkenspiel war. Dass am Ende der Vorbereitung auf die Rückrunde ein solch schlanker Werder-Kader dasteht, kommt trotzdem überraschend.
Die größte Überraschung des gestrigen Tages: Andreas Wolf (29) ist nicht nur an der Wade verletzt sondern auf dem Absprung. Über Radio Bremen sickerte durch, dass der Innenverteidiger zum AS Monaco wechseln könnte. Der Club hatte zuletzt einen guten Klang und einen schlechten Lauf, der sogar in den Abstieg aus der ersten französischen Liga mündete. Mit einer Finanzspritze von 200 Millionen Euro will ihn der reiche russische Investor Dimitri Rybolovlev, den man in der Szene "Düngemittel-König" nennt, wieder aufpäppeln.
Der Sport-Informations-Dienst meldet, dass Wolfs Management dessen Reise ins Fürstentum bestätigt habe. Er habe bereits den obligatorischen Medizin-Check absolviert. In Bremen wollten sich gestern Trainer Thomas Schaaf gar nicht und Manager Klaus Allofs im Prinzip auch nicht dazu äußern. Allofs sagte immerhin: "Im Moment kann ich dazu nichts sagen, weil das in laufende Gespräche eingreifen würde." Mit den Gesprächspartnern sei verabredet worden, vorerst zu schweigen. Zumindest hatte Allofs damit bestätigt, dass über einen Wolf-Wechsel verhandelt wird.
Der ehemalige Nürnberger hatte erst im Sommer einen Zweijahresvertrag in Bremen unterschrieben. In der Hinrunde zählte er zum festen Kern. Er rang mit Sebastian Prödl um einen Platz im Abwehrzentrum. Jetzt könnte er nach Stürmer Sandro Wagner der nächste Spieler sein, der für den gewünschten Konkurrenzkampf nicht zur Verfügung steht.
Und er könnte nicht der letzte Profi sein, der Werder verlässt, ehe in zehn Tagen das aktuelle Transferfenster schließt. Gestern erhielt der Brasilianer Wesley die nächste Ohrfeige, zumindest im übertragenen Sinne. Thomas Schaaf verzichtete darauf, ihn in den Kader für das Spiel heute in Kaiserslautern zu berufen. Schaaf fährt lieber mit 16 Spielern und ohne Alternative fürs Mittelfeld in die Pfalz, als Wesley mitzunehmen. Werders Trainer scheint schwer enttäuscht von den Leistungen und Auftritten seines Acht-Millionen-Einkaufs zu sein. "Also, in die Luft gesprungen sind wir nicht gerade", sagte Schaaf auf die entsprechende Nachfrage. Ein Spieler sollte nur dann im Kader stehen, wenn er der Mannschaft auch helfen kann, meinte Allofs. Ein Signal für einen baldigen Transfer sei Wesleys Nicht-Berücksichtigung aber nicht.
Für das Mittelfeld steht heute auf der Bank praktisch niemand zur Verfügung, für den Sturm nur der zuletzt angeschlagene Marko Arnautovic und der Bundesliga-Nobody Niclas Füllkrug. Für den Abwehr-Bereich sitzen dort der ewig lange verletzte Mikaël Silvestre und der ebenfalls in der ersten Liga unerprobte Florian Hartherz. Der Rest ist entweder verletzt oder nach Schaafs Meinung nicht gut genug im Moment. Letzteres gilt auch für jenes Trio, das am Dienstag in Rostock eigentlich mal zeigen sollte, was es drauf hat.
Nun verzichtet Schaaf aber heute auf die Nachwuchsspieler Florian Trinks, Lennart Thy oder Felix Kroos. "Wir müssen auch gucken, dass da mal eine Reaktion kommt", sagte Schaaf über die Leistungen des Trios in den letzten Wochen. Die Reaktion blieb aus.







